29 March 2026, 16:03

Merz plant längere Laufzeiten für Kohlekraftwerke – Klimaziele in Gefahr

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Merz plant längere Laufzeiten für Kohlekraftwerke – Klimaziele in Gefahr

Deutschlands geplanter Kohleausstieg könnte sich verzögern, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angedeutet hat, Kohlekraftwerke länger in Betrieb zu halten. Seine Äußerungen fallen in eine Phase wachsender Sorgen über mögliche Stromengpässe und die zögerliche Ausweitung der erneuerbaren Energien. Der Vorstoß stößt bereits auf Widerstand bei den Grünen und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

In jüngsten Stellungnahmen argumentierte Merz, bestehende Kohlekraftwerke müssten möglicherweise über das geplante Abschaltdatum hinaus am Netz bleiben, um die Stromversorgung Deutschlands zu sichern. Zudem forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um mögliche Versorgungslücken zu überbrücken. Seine Aussagen könnten den Zeitplan für das Ende der Kohlenutzung verschieben – dieser war ursprünglich für 2038 in einem Abkommen festgelegt worden, das eine Entschädigung von 1,75 Milliarden Euro für den Energiekonzern LEAG vorsieht. Das Unternehmen stellt derzeit seine Braunkohleförderung in der Lausitz ein.

Die Grünen reagierten mit einem Appell an Woidke, am Kohleausstieg festzuhalten, und betonten die Notwendigkeit verlässlicher Regelungen für den Strukturwandel und die Arbeitsplatzsicherung. Gleichzeitig hatte Kohle 2023 noch einen Anteil von etwa 26–27 Prozent an der deutschen Stromerzeugung – ein Rückgang gegenüber rund 40 Prozent im Jahr 2019, da erneuerbare Energien mittlerweile mehr als die Hälfte des Bedarfs decken. Der Rückgang spiegelt die Fortschritte bei der Abkehr von der Kohle wider, doch Merz' Vorschlag deutet auf einen möglichen Rückschlag in diesem Prozess hin.

Die Lausitz, eine zentrale Bergbauregion, durchläuft bereits tiefgreifende Veränderungen im Zuge des deutschen Braunkohleausstiegs. Die Debatte über die Zukunft der Kohle kreist nun um die Frage, wie sich Versorgungssicherheit und Klimaziele in Einklang bringen lassen – wobei die politischen Gräben über den richtigen Weg tiefer werden.

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Sollte Merz' Plan, die Laufzeit von Kohlekraftwerken zu verlängern, umgesetzt werden, hätte dies weitreichende Folgen: Sowohl der Ausstiegszeitplan bis 2038 als auch die wirtschaftliche Umstrukturierung der Region stünden infrage. Eine Verzögerung würde zudem die vereinbarte Entschädigung von 1,75 Milliarden Euro für LEAG berühren und den insgesamt angestrebten Umstieg auf erneuerbare Energien beeinflussen.

Quelle