Meißner Porzellan kämpft mit Tradition und Moderne um die Zukunft

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Ein künstliches Schmuckstück.

Porzellan aus Meißen: "Aus der Vitrine, ins Leben" - Meißner Porzellan kämpft mit Tradition und Moderne um die Zukunft

Meißner Porzellan: „Aus dem Schaukasten ins Leben“

Meißner Porzellan: „Aus dem Schaukasten ins Leben“

Meißner Porzellan: „Aus dem Schaukasten ins Leben“

  1. Dezember 2025

Die Meißner Porzellan-Manufaktur, Deutschlands ältester Porzellanhersteller, steuert um, um zu überleben. Nach Jahren finanzieller Turbulenzen modernisiert das Unternehmen seine Designs und erschließt neue Märkte. Das Ziel ist klar: jüngere Käufer gewinnen und wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Die 312 Jahre alte Manufaktur hatte in den vergangenen Jahren mit schweren Herausforderungen zu kämpfen. Die Pandemie, explodierende Energiekosten und der Verlust des russischen Marktes setzten den Umsätzen stark zu. Mehrere deutsche Porzellanhersteller sind unter ähnlichem Druck bereits zusammengebrochen.

Doch Meißen verzeichnete 2024 ein Umsatzplus von 5 bis 10 Prozent, wobei die Online-Verkäufe zweistellig wuchsen. Trotzdem schreibt das Unternehmen weiterhin rote Zahlen. CEO Tillmann Blaschke glaubt jedoch, dass sich die Schwarze Null erreichen lässt – vorausgesetzt, die wirtschaftliche Lage hellt sich auf.

Um die Zukunft zu sichern, besinnt sich Meißen auf sein Kerngeschäft: Porzellan. Ein gescheiterter Versuch, sich zu einem Luxuskonzern zu entwickeln, hatte das Unternehmen an den Rand der Krise gebracht. Nun modernisiert es seine Produktpalette und verbindet traditionelle, handbemalte Figuren mit alltagstauglichen, zeitgemäßen Designs.

Die Manufaktur beschäftigt 480 Mitarbeiter, darunter 120 Porzellanmaler, und ist der einzige Ort in Deutschland, an dem dieser Handwerksberuf noch gelehrt wird. Rund 200.000 Besucher besichtigen jährlich das Gelände – die Hälfte davon aus Deutschland.

Ein weiterer Schlüssel zur Zukunft liegt in der Expansion. Meißen plant die Eröffnung eines achten Ladens in China und will seine Präsenz in Südostasien ausbauen. Auch neue Märkte wie die USA und die Golfregion stehen im Fokus.

Sachsens Finanzminister Christian Piwarz betont die kulturelle Bedeutung Meißens, macht aber deutlich, dass Anpassung nötig ist. Das Unternehmen müsse Tradition und Marktanforderungen in Einklang bringen, um auf eigenen Beinen zu stehen. Mit einer modernisierten Produktpalette und globaler Expansion will Meißen seine Zukunft sichern – ohne das jahrhundertealte Handwerk aufzugeben.