London-Marathon: Chor Singing Striders darf nach Beschwerden doch auftreten
Julian HartmannLondon-Marathon: Chor Singing Striders darf nach Beschwerden doch auftreten
Der Chor Singing Striders wird nun doch beim diesjährigen London-Marathon auftreten, nachdem die Wohltätigkeitsorganisation Scope ihre ursprüngliche Entscheidung, den Auftritt abzusagen, zurückgenommen hat. Die Kehrtwende erfolgte nach zwei anonymen Beschwerden, die sich gegen die Ansichten der Gründerin zu Geschlechterfragen richteten. Mit über 59.000 Läuferinnen und Läufern wird das Event zum größten in der Geschichte des Marathons.
Ursprünglich hatte Scope den Chor eingeladen, an der dritten Meile des 42,195 Kilometer langen Rennens zu singen. Später zog die Organisation das Angebot jedoch mit der Begründung zurück, die öffentlichen Äußerungen der Gründerin Janet Murray zu Geschlechterthemen könnten im Widerspruch zu den eigenen Werten stehen. Murray hatte zuvor die Teilnahme von biologischen Männern in Frauensport und Organisationen wie den Girlguiding infrage gestellt.
Nach einer erneuten Prüfung des Falls gab Scope nun bekannt, dass der Chor wie geplant auftreten werde. Die Organisation betonte, der Auftritt diene nicht der Verbreitung einer bestimmten Haltung und stehe nicht im Widerspruch zu ihrem Engagement für Gleichberechtigung von trans und nicht-binären Menschen mit Behinderung.
Der diesjährige Marathon wird voraussichtlich alle Rekorde brechen: Bereits jetzt übertrifft die Zahl der angemeldeten Teilnehmer die 56.640 Finisher des Vorjahres. Mit der Wiederaufnahme des Chors wird Singing Striders wie vorgesehen an der dritten Meile zu hören sein. Die Entscheidung von Scope folgt einer Neubewertung der Beschwerden und einer Bestätigung der eigenen Inklusionsrichtlinien. Der Marathon, der in diesem Jahr zum 44. Mal stattfindet, bleibt eines der größten und renommiertesten Rennen der Welt.






