Kulturminister Weimer sagt Leipziger Buchmesse-Auftritte nach heftiger Kritik ab
Charlotte RichterKulturminister Weimer sagt Leipziger Buchmesse-Auftritte nach heftiger Kritik ab
Kulturminister Weimer sagt meisten Auftritte auf der Leipziger Buchmesse ab
Bundes kulturminister Wolfram Weimer hat den Großteil seiner geplanten Auftritte auf der Leipziger Buchmesse abgesagt. Der Schritt folgt einer Welle der Kritik an seinen jüngsten Entscheidungen, darunter Konflikte mit Literaten und Änderungen beim Deutschen Buchpreis. Die Veranstalter bestätigten den Rückzug nur wenige Tage vor der Eröffnung am 19. März 2026.
Weimers Absage erfolgte, nachdem Alfonso de Toro, ehemaliger Leipziger Literaturprofessor, ihn von einer geplanten Diskussion ausgeschlossen hatte. De Toro begründete dies damit, dass in einer "toleranten, vielfältigen Stadt wie Leipzig" kein Platz für den "ehrenwerten Staatsminister" sei. Zudem waren Proteste gegen Weimers Teilnahme an einer Debatte über Meinungsfreiheit am Donnerstag in der Deutschen Nationalbibliothek angekündigt.
Der Minister stand bereits in der Kritik, nachdem er drei linksgerichtete Buchhandlungen von der Longlist des Deutschen Buchpreises gestrichen hatte. Seine angespannte Beziehung zur Berlinale-Direktorin Tricia Tuttle verschärfte die Kontroverse. Kritiker warfen ihm zudem vor, sich nur halbherzig gegen die Erweiterungspläne der Nationalbibliothek zu positionieren.
Obwohl viele mit Widerstand rechneten, zeigt Weimers Rückzug, dass er nicht immun gegen öffentlichen Druck ist. Beobachter sehen darin jedoch auch eine Scheu vor der Auseinandersetzung – eine Haltung, die manche für einen Kulturminister als unangemessen erachten.
Weimer wird zwar am Mittwochabend noch seine Eröffnungsrede auf der Messe halten. Doch seine Abwesenheit bei anderen Veranstaltungen unterstreicht die tiefen Gräben innerhalb der deutschen Kulturszene. Die Folgen seiner Entscheidungen lösen weiterhin Proteste aus und nähren Forderungen nach mehr Transparenz und Verantwortung in seinem Amt.






