Klingbeils Rentenreform: Mehr Freiheit, weniger Gebühren für Sparer

Finanzminister Lars Klingbeil präsentiert Pläne für die Altersvorsorge - Klingbeils Rentenreform: Mehr Freiheit, weniger Gebühren für Sparer
Finanzminister Lars Klingbeil stellt Pläne für ein staatlich gefördertes Altersvorsorgekonto vor
Finanzminister Lars Klingbeil stellt Pläne für ein staatlich gefördertes Altersvorsorgekonto vor
Finanzminister Lars Klingbeil hat ein neues, staatlich gefördertes Altersvorsorgekonto vorgestellt, das die Riester-Rente ersetzen soll. Der Vorschlag richtet sich vor allem an Gering- und Mittelverdiener und bietet flexible Anlageoptionen sowie staatliche Zuschüsse. Sollte das Modell genehmigt werden, würde es einen grundlegenden Wandel in der deutschen Altersvorsorge bedeuten.
Das neue Konto ermöglicht es Sparern, in börsengehandelte Indexfonds (ETFs), klassische Investmentfonds und Anleihen zu investieren. Im Gegensatz zur Riester-Rente entfällt die verpflichtende Kapitalgarantie, um Kosten zu senken und die Renditechancen zu verbessern. Zudem soll das steuerfreie Wachstum während der Sparphase die langfristigen Erträge weiter steigern.
Die Regierung plant, jährliche Einzahlungen von bis zu 1.800 Euro zu bezuschussen. Junge Berufseinsteiger unter 25 Jahren erhalten zusätzlich einen einmaligen Bonus von 200 Euro beim Sparstart. Auszahlungen sind zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr möglich, wobei die Rentenleistungen mindestens bis zum 85. Lebensjahr ausgelegt sind.
Vorzeitige Entnahmen sind zwar erlaubt, doch müssen Sparer in diesem Fall erhaltene staatliche Zuschüsse zurückzahlen. Auch die Übertragung des angesparten Vermögens im Erbfall wird unter den neuen Regelungen möglich sein. Der Gesetzentwurf muss nun am 17. Dezember vom Kabinett gebilligt werden, bevor er zur endgültigen Beschlussfassung an den Bundestag weitergeleitet wird.
Das vorgeschlagene System bietet im Vergleich zur Riester-Rente mehr Anlagefreiheit und niedrigere Gebühren. Bei Verabschiedung würde es steuerfreies Wachstum und flexible Auszahlungsoptionen für Rentner einführen. Die Änderungen bedürfen jedoch noch der Zustimmung von Kabinett und Parlament, bevor sie in Kraft treten können.



