Kemptens CSU-Ära endet nach 30 Jahren: Freie Wähler holen Rathaus-Chefposten
Sebastian VoigtKemptens CSU-Ära endet nach 30 Jahren: Freie Wähler holen Rathaus-Chefposten
Kemptens Rathaus hat einen neuen Chef – nach 30 Jahren CSU-Herrschaft
Die Wähler in Kempten haben mit ihrer Stimme ein Ende der fast drei Jahrzehnte währenden CSU-Ära eingeläutet. Christian Schoch von den Freien Wählern setzte sich in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Thomas Kiechle durch. Das Ergebnis markiert einen tiefgreifenden Wandel in der lokalen Politik der bayerischen Stadt.
Die CSU hatte Kempten erstmals 1996 unter ihre Führung gebracht, als Ulrich Netzer das Bürgermeisteramt von der SPD übernahm. Netzer regierte 18 Jahre lang, bevor er 2014 die Amtsgeschäfte an Thomas Kiechle übergab. Kiechle, Sohn des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministers Ignaz Kiechle, amtierte zwei Perioden, scheiterte jedoch in diesem Jahr bei seiner Wiederwahl.
Nur 43,6 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. In der Stichwahl sicherte sich Schoch 55 Prozent der Stimmen, während Kiechle auf 45 Prozent kam. Damit verliert die CSU eine Position, die sie seit Netzers Sieg vor fast 30 Jahren ununterbrochen innehatte.
Schoch wird nun das Amt des Bürgermeisters übernehmen und Kiechle nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten ablösen. Das Wahlergebnis unterstreicht den wachsenden Einfluss der Freien Wähler in Kempten – und besiegelt offiziell das Ende der langjährigen CSU-Vorherrschaft in der Stadt.






