Kommunalwahlen in Frankreich: Sozialisten und Konservative triumphieren, RN scheitert in Großstädten
Julian HartmannKommunalwahlen in Frankreich: Sozialisten und Konservative triumphieren, RN scheitert in Großstädten
Die jüngsten Kommunalwahlen in Frankreich haben die politische Landkarte vor den nationalen Wahlen im nächsten Jahr neu gezeichnet. Die Sozialisten und die konservativen Republikaner verzeichneten deutliche Zugewinne, während die rechtspopulistische Rassemblement National (RN) zwar in kleineren Städten Siege errang, in Großstädten jedoch kaum Fuß fassen konnte. Die Grünen hingegen hielten nur noch eine Handvoll wichtiger Städte.
In der ersten Wahlrunde führte die RN in 58 Gemeinden – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur elf im Jahr 2020. Die meisten dieser Erfolge verzeichnete die Partei in kleineren Städten mit 3.500 bis 10.000 Einwohnern. In größeren Städten schnitt sie jedoch schwach ab: In Paris kam sie nicht über 8 Prozent hinaus und verlor in der Stichwahl in Toulon und Nîmes.
Die Sozialisten feierten einen bedeutenden Sieg in Paris, wo Emmanuel Grégoire mit etwa 36 bis 37 Prozent der Stimmen die Nachfolge von Anne Hidalgo antrat. Grégoire wertete seinen Erfolg als klare Absage an den Rechtspopulismus. Der ehemalige Ministerpräsident Édouard Philippe sicherte sich unterdessen eine weitere Amtszeit in Le Havre – ein Ergebnis, das seine Präsidentschaftsambitionen stärken dürfte.
Auch die Republikaner schnitten gut ab und gewannen Toulouse, Brest und Clermont-Ferrand sowie mittelgroße Städte wie Cannes und Meaux. Die Grünen hingegen behielten nur wenige Hochburgen wie Lyon, verloren aber Straßburg und Besançon.
Die Wahlbeteiligung sank auf 57 Prozent und lag damit unter den Werten früherer Wahlen – ein Zeichen für verändertes Wählerengagement. Dennoch konnte die RN etwa ein Dutzend Städte für sich entscheiden, darunter Nizza, während sie in größeren urbanen Zentren weiterhin schwächelte.
Die Ergebnisse zeigen ein gespaltenes politisches Klima im Vorfeld der nationalen Wahlen. Sozialisten und Republikaner kontrollieren nun mehrere Schlüsselstädte, während die Rechtspopulisten in kleineren Gemeinden an Einfluss gewinnen. Die Grünen, einst eine aufstrebende Kraft, sind hingegen auf wenige urbane Zentren zurückgedrängt.






