Kanadier gesteht Beihilfe zu Dutzenden Suiziden durch Online-Verkauf tödlicher Chemikalien
Charlotte RichterKanadier gesteht Beihilfe zu Dutzenden Suiziden durch Online-Verkauf tödlicher Chemikalien
Ein Kanadier hat eingeräumt, Dutzenden Menschen beim Suizid geholfen zu haben, nachdem er ihnen über das Internet eine tödliche Chemikalie verkauft hatte. Der 60-jährige Kenneth Law bekannte sich vor einem Gericht in der kanadischen Provinz Ontario in 14 Fällen der Beihilfe zum Suizid für schuldig. Seine Handlungen stehen im Zusammenhang mit den Todesfällen von 79 Menschen allein in Großbritannien, darunter Opfer im Alter von nur 16 Jahren.
Law betrieb von Mississauga in Kanada aus Websites, über die er Natriumnitrit – ein giftiges Salz – an Kunden in mehr als 40 Ländern verkaufte. Zwischen Januar 2020 und Mai 2023 erzielte er mit seinen Geschäften fast 297.000 kanadische Dollar (umgerechnet über 215.000 US-Dollar). Ermittler fanden später heraus, dass er unter einem falschen Namen in Online-Foren geworben hatte, die Suizid förderten.
Die britische National Crime Agency begann mit den Ermittlungen gegen Law, nachdem sie 286 Käufe durch britische Staatsbürger zurückverfolgt hatte. Die Opfer in Ontario waren zwischen 16 und 36 Jahre alt. Nach kanadischem Recht kann jeder Fall von Suizidbeihilfe mit einer Haftstrafe von bis zu 14 Jahren bestraft werden.
Die Staatsanwaltschaft hat im Rahmen einer Vereinbarung mit Law zugestimmt, 14 Anklagepunkte wegen Mordes ersten Grades fallenzulassen. Die Angehörigen der britischen Opfer erhalten nun die Möglichkeit, vor der Urteilsverkündung im September Opfererklärungen abzugeben.
Mit seinem Schuldeingeständnis bestätigt Law seine Rolle bei der Lieferung tödlicher Substanzen an schutzbedürftige Menschen weltweit. Der Fall hat internationale Aufmerksamkeit erregt, insbesondere in Großbritannien, wo Dutzende Familien Angehörige verloren haben. Die Verhandlung zur Strafzumessung im September wird über die Dauer seiner Haftstrafe entscheiden.






