Kanada rutscht als einziges G7-Land in die Rezession – Arbeitslosigkeit und Insolvenzen steigen
Charlotte RichterKanada rutscht als einziges G7-Land in die Rezession – Arbeitslosigkeit und Insolvenzen steigen
Kanadas Wirtschaft ist in eine Rezession gerutscht – die Wirtschaftsleistung ist unter der aktuellen Regierung zwei Quartale in Folge geschrumpft. Der Abschwung geht mit steigenden Jobverlusten und einem anhaltenden Rückgang der Unternehmensinvestitionen einher. Kritiker werfen dem Premierminister vor, seine wirtschaftlichen Versprechen nicht eingelöst zu haben, sodass das Land nun schlechter dasteht als andere G7-Staaten.
Der Premierminister hatte angekündigt, die am schnellsten wachsende Wirtschaft innerhalb der G7 zu schaffen. Stattdessen ist Kanada das einzige G7-Land, das in eine Rezession abgerutscht ist. Die Wirtschaftsdaten zeigen, dass die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen zurückgegangen ist – und damit die technische Definition einer Rezession erfüllt.
Die Lage hat sich seit Amtsantritt des Premierministers weiter verschärft. In drei der ersten vier Quartale unter seiner Führung schrumpfte die Wirtschaft – ein Negativrekord, den kein anderes G7-Land aufzuweisen hat. Gleichzeitig stiegen die Arbeitsplatzverluste: Allein im ersten Quartal dieses Jahres gingen 112.300 Stellen verloren. Seit dem Regierungswechsel hat sich die Arbeitslosigkeit um 45.800 erhöht.
Auch das Vertrauen der Unternehmen scheint erschüttert: Die Investitionen sinken nun bereits im fünften Quartal in Folge. Die jüngsten Zahlen zeigen einen Rückgang um 0,7 Prozent, was die Sorgen um das langfristige Wachstum verstärkt. Netto sind über 20 Milliarden Dollar an Investitionen abgewandert – während 109,3 Milliarden das Land verließen, flossen nur 88,4 Milliarden zurück.
Auch die Haushalte spüren die Belastung. Laut Equifax stiegen die Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um fast 19 Prozent, und 1,5 Millionen Kanadier verpassten zu Beginn des Jahres 2024 eine Schuldenrate. Gleichzeitig verzeichnen Tafeln Rekordnachfrage. Der Geschäftsführer der Daily Bread Food Bank in Toronto wies darauf hin, dass mittlerweile jeder zehnte Einwohner im Großraum Toronto auf Lebensmittelhilfe angewiesen ist – ein Anstieg um 340 Prozent seit 2019.
Oppositionsführer Pierre Poilievre kritisierte die Wirtschaftspolitik der Regierung scharf. Er betonte, dass Kanada nun die zweit höchste Arbeitslosenquote in der G7 habe – ein Drittel höher als in den USA – und als einziges G7-Mitglied in der Rezession stecke.
Die Rezession hinterlässt in Kanada steigende Arbeitslosigkeit, sinkende Investitionen und wachsende finanzielle Not für viele Familien. Mit zunehmenden Insolvenzen und Rekordwerten bei der Nutzung von Tafeln zeigen sich keine Anzeichen für eine baldige Besserung der wirtschaftlichen Lage. Die einstigen Wachstumsziele der Regierung stehen damit in krassem Gegensatz zur aktuellen Krise des Landes.






