Historischer Mafia-Prozess in Frankreich: 22 Angeklagte vor Gericht wegen Mordes und organisierter Kriminalität
Julian HartmannHistorischer Mafia-Prozess in Frankreich: 22 Angeklagte vor Gericht wegen Mordes und organisierter Kriminalität
Historischer Prozess in Frankreich: 22 Angeklagte wegen Mordes, versuchten Mordes und organisierter Kriminalität
In Frankreich hat ein großer Prozess gegen 22 Beschuldigte begonnen, denen Mord, versuchter Mord und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen werden. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein mutmaßliches Mafia-Netzwerk, das sich innerhalb der freimaurerischen Loge Athanor gebildet haben soll. Unter den Angeklagten befinden sich Militärangehörige, Polizisten und Führungskräfte aus der Wirtschaft.
Dreizehn der Beschuldigten droht bei einer Verurteilung wegen Mordes, Körperverletzung und krimineller Verschwörung eine lebenslange Haftstrafe.
Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang nach einem gescheiterten Auftragsmord im Juli 2020. Die Behörden deckten dabei ein Geflecht aus Gewalt auf, das mit der geheimnisumwitterten Loge Athanor in Verbindung stehen soll. Drei Männer – Jean-Luc Bagur, Frédéric Vaglio und Daniel Beaulieu – werden beschuldigt, das kriminelle Netzwerk angeführt zu haben.
Bagur soll 70.000 Euro für die Ermordung seiner Geschäftsrivalin Marie-Hélène Dini gezahlt haben. Ein weiterer Schlüsselfigur ist Sébastien Leroy, der als rechte Hand Beaulieus gilt und gestand, im Auftrag der Gruppe zahlreiche Straftaten begangen zu haben – darunter Körperverletzungen, Raubüberfälle und die Tötung des Rennfahrers Laurent Pasquali.
Leroy behauptet, er habe ein Auftragskiller-Netzwerk geleitet, das die gewalttätigen Aufträge der Loge ausführte. Der Prozess, der voraussichtlich mindestens drei Monate dauern wird, soll Beweise für die Verstrickung der Angeklagten in mehrere Morde und Anschläge prüfen.
Nun wird das Gericht ausführliche Zeugenaussagen zu den mutmaßlichen Verbrechen und ihren Verbindungen zur Freimaurerloge hören. Bei einer Verurteilung könnten die 13 Hauptangeklagten ihr restliches Leben im Gefängnis verbringen. Der Prozess zählt zu den komplexesten Fällen organisierter Kriminalität innerhalb einer geheimen Gesellschaft in der französischen Justizgeschichte.






