20 March 2026, 06:05

Historische Landtagswahl: 16-Jährige in MV stimmen erstmals mit ab

Eine Zeichnung eines kleinen Jungen mit einer Kamera, umgeben von Menschen, mit Text unten, der "Little Boy Ballot" lautet.

Was ist jungen Menschen in der Landtagswahl in MV wichtig - Historische Landtagswahl: 16-Jährige in MV stimmen erstmals mit ab

Dieser Herbst schreibt Mecklenburg-Vorpommern Geschichte: Zum ersten Mal dürfen 16- und 17-Jährige bei einer Landtagswahl ihre Stimme abgeben. Rund 25.000 Minderjährige erweitern damit den Wählerkreis – ein bedeutender Schritt für die demokratische Teilhabe. Die Reform hat Debatten über politische Jugendbeteiligung, Vertrauen in die Demokratie und die Zukunft des Wahlrechts in Deutschland entfacht.

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Die Neuerung folgt einem bundesweiten Trend: Bereits 2019 senkte etwa Rheinland-Pfalz das Wahlalter auf 16 Jahre. Zwar war die Wahlbeteiligung der jüngeren Teenager dort bisher verhalten, doch verweisen Expert:innen auf internationale Vorbilder wie Österreich und Schottland, wo frühes Wählen die politische Teilhabe ein Leben lang zu stärken scheint. Die Politikwissenschaftlerin Kira René Kurz befürwortet die Änderung und argumentiert, sie könne die Demokratie langfristig festigen und die Wahlbeteiligung unter Jugendlichen steigern.

Für viele Erstwähler:innen ist die Wahl eine Chance, Gehör zu finden. Die 20-jährige Lucie Luther, die zum ersten Mal wählt, fordert mehr Mitsprache für junge Menschen und transparente Politik. Sie kritisiert, dass etablierte Parteien die Anliegen von Jugendlichen – etwa in Klimafragen, Bildung oder sozialer Gerechtigkeit – oft ignorieren.

Andere wie der 18-jährige Josef Köppe sehen in der Reform einen logischen Schritt: "Wenn man mit 16 arbeiten darf, sollte man auch über die Politik mitbestimmen können, die einen betrifft." Die 17-jährige Emma Müller bereitet sich unterdessen mit politischen Talkshows und Online-Recherchen vor. Ihre Themen: Klimaschutz, Gleichberechtigung und Bildungsreform.

Ina Bösefeldt, Geschäftsführerin des Landesjugendrings, betont, wie wichtig es ist, junge Perspektiven in demokratische Prozesse einzubinden. Ohne echte Teilhabe, warnt sie, werde sich das Gefühl vieler Jugendlicher, von der Politik nicht ernst genommen zu werden, weiter verstärken. Die anstehende Wahl wird zeigen, ob das gesenkte Wahlalter tatsächlich zu mehr politischem Einfluss der jungen Generation führt.

Im Herbst wird sich entscheiden, ob die 16- und 17-Jährigen in Mecklenburg-Vorpommern ihr neues Wahlrecht nutzen. Mit rund 25.000 stimmberechtigten Minderjährigen könnten die Ergebnisse künftige Debatten über Jugendbeteiligung in Deutschland prägen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Parteien auf die Forderungen der jungen Wähler:innen reagieren werden.

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