16 April 2026, 12:04

GKV 2024: Wie die Regierung die wachsenden Defizite der Krankenkassen stoppen will

Offenes Buch mit handgeschriebenem Text, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland, mit sichtbaren Wasserzeichen am Boden.

GKV 2024: Wie die Regierung die wachsenden Defizite der Krankenkassen stoppen will

Gesetzliche Krankenversicherung steht 2024 vor steigenden Defiziten – Regierung sucht nach Sparlösungen

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Das deutsche System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sieht sich 2024 mit wachsenden Haushaltslücken konfrontiert, da die Ausgaben schneller steigen als im Vorjahr. Die Ampelkoalition gerät zunehmend unter Druck, die finanzielle Belastung für Arbeitgeber zu verringern und gleichzeitig die Nettolöhne der Beschäftigten zu stärken. Eine Expertenkommission soll bereits am Montag neue Vorschläge zur Kostendämpfung vorlegen.

Ein zentraler Ansatz sieht vor, den Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent zu senken – eine Maßnahme, die jährlich zwischen 6 und 7 Milliarden Euro einsparen könnte. Würde der ermäßigte Steuersatz auch auf medizinische Hilfsmittel ausgeweitet, ließen sich zusätzlich rund 750 Millionen Euro pro Jahr sparen.

Ein weiterer Vorschlag zielt auf die Erhöhung des Herstellerrabatts für Medikamente ab, der von derzeit 7 auf 12 Prozent steigen soll. Diese Anpassung würde etwa 1,3 Milliarden Euro jährliche Einsparungen bringen. Gleichzeitig könnten strengere Abrechnungsprüfungen in Krankenhäusern die Ausgaben um rund 1 Milliarde Euro drücken – und das ohne die Wiedereinführung von Budgetdeckeln.

Auch die Krankenkassen selbst haben Sparmaßnahmen in die Diskussion eingebracht. So könnte die Rückkehr zu Budgetobergrenzen für Hausärzte zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde Euro pro Jahr einsparen. Eine Begrenzung der Honorare für Kinder- und Jugendmediziner würde weitere 300 Millionen Euro jährlich bringen.

Die Koalition hat weitere Erhöhungen der Sozialabgaben bereits ausgeschlossen, sodass Kostensenkungen die einzige verbleibende Stellschraube sind, um das System zu stabilisieren. Falls umgesetzt, würden die geplanten Reformen die finanzielle Last für Arbeitgeber und Arbeitnehmer verringern. Die am Montag erwarteten Empfehlungen der Kommission werden zeigen, wie die Regierung auf die wachsende Schieflage in der Krankenversicherung reagiert.

Quelle