Gerhard Polts emotionaler Abschied von den Münchner Kammerspielen nach 52 ausverkauften Vorstellungen

"Ende einer Ära" - Letzte Vorstellung von Polt-Play - Gerhard Polts emotionaler Abschied von den Münchner Kammerspielen nach 52 ausverkauften Vorstellungen
Gerhard Polts neuestes Stück A scheene Leich hat nach 52 ausverkauften Vorstellungen an den Münchner Kammerspielen seine Pforten geschlossen. Die letzte Aufführung war ein emotionaler Abschied, gefüllt mit Blumen, gerahmten Fotos und einem gemeinsamen Lied, an dem das gesamte Berliner Ensemble und das Publikum teilnahmen. Mit 83 Jahren hat der gefeierte Satiriker vermutlich seine letzte groß angelegte Produktion an dem Theater inszeniert, an dem er vor fast einem halben Jahrhundert seinen Durchbruch feierte.
Polts lange Verbindung zu den Münchner Kammerspielen begann 1975 während einer Kabarettwoche im Werkraum. Sein großer Erfolg stellte sich drei Jahre später mit Kehraus ein, einer scharfen Satire, die später auch verfilmt wurde. Über fünf Jahrzehnte hinweg blieb sein Werk fester Bestandteil des Spielplans – bekannt für seinen beißenden Witz und seine schonungslose Gesellschaftskritik.
A scheene Leich setzte diese Tradition fort und bot eine zynische, zugleich aber zutiefst berührende Auseinandersetzung mit Alter und Tod in der modernen Gesellschaft. Am letzten Abend gab es donnernden Applaus, stehende Ovationen und einen herzlichen Abschied von Ensemble und Publikum. Trotz des Erfolgs deutete Polt an, dass eine weitere groß angelegte Produktion mit wochenlangen Proben unwahrscheinlich sei. Die künstlerische Leiterin Barbara Mundel bestätigte, dass die Zusammenarbeit mit den Kammerspielen in anderen Formen fortgesetzt werde. Künftige Projekte könnten Lesungen oder kleinere Auftritte umfassen, möglicherweise gemeinsam mit seinen langjährigen Weggefährten, den Biermösl Blosn (den Brüdern Well).
Das Ende von A scheene Leich markiert einen Wandel in Polts Schaffen an den Kammerspielen. Während große Theaterproduktionen vielleicht der Vergangenheit angehören, wird seine Stimme weiterhin durch Lesungen und andere Formate zu hören sein. Die fast 50-jährige Partnerschaft des Theaters mit einem der scharfzüngigsten Satiriker Deutschlands ist damit noch lange nicht vorbei.
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Stehende Ovationen, Tränen und ein gemeinsames Lied: Wie ein Satiriker-Legende nach fast 50 Jahren die Bühne verlässt – aber nicht für immer. Was kommt nach dem großen Abschied?


