27 April 2026, 12:48

Geldwäsche-Prozess gegen Karimowa: Schweizer Gericht verhandelt über Millionenbetrug

Alte Schweizer Banknote mit einem Mann in Anzug und Krawatte mit ernstem Gesichtsausdruck, Text 'Banque Generale Suisse', hellblauer Hintergrund und ein Wasserzeichen auf der linken Seite.

Geldwäsche-Prozess gegen Karimowa: Schweizer Gericht verhandelt über Millionenbetrug

Gulnara Karimowa, die Tochter des verstorbenen usbekischen Präsidenten Islam Karimow, steht in der Schweiz wegen Geldwäsche vor Gericht. Der Prozess begann diese Woche vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona, obwohl sie weiterhin in Usbekistan inhaftiert ist. Die Schweizer Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, hunderte Millionen Dollar aus kriminellen Quellen über Schweizer Banken geschleust zu haben.

Karimowa verbüßt bereits in Usbekistan eine 13-jährige Haftstrafe wegen der Führung eines kriminellen Netzwerks, Erpressung und Veruntreuung. Die Schweizer Behörden beschuldigen sie zudem, einen Plan organisiert zu haben, um Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände in Schließfächern in der Schweiz und im Ausland zu verstecken. Die Gelder sollen aus kriminellen Machenschaften stammen.

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Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ihre angebliche Rolle als Drahtzieherin eines als Das Büro bekannten Verbrechersyndikats, an dem Dutzende Personen und mehrere Unternehmen beteiligt gewesen sein sollen. Die Schweizer Anklagebehörde hat auch die Privatbank Lombard Odier sowie einen ehemaligen Mitarbeiter wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an der Geldwäsche angeklagt.

Karimowas Anwalt, Grégoire Mangeat, bestätigte, dass sie aufgrund ihrer anhaltenden Inhaftierung in Usbekistan nicht an der Verhandlung teilnehmen könne. Zuvor hatte sie in Genf gelebt und für die Vereinten Nationen gearbeitet, wo sie diplomatische Immunität genoss. Der Prozess soll bis zum 22. Mai dauern.

Vor drei Jahren hatten die Schweizer Behörden Karimowa offiziell angeklagt, zusammen mit einem ehemaligen Generaldirektor der usbekischen Niederlassung eines russischen Telekommunikationsunternehmens. Beide wurden der Beteiligung an denselben Finanzverbrechen beschuldigt, die nun untersucht werden.

Der Fall stellt die jüngste juristische Bewährungsprobe für Karimowa dar, die seit 2014 in Haft sitzt. Bei einer Verurteilung könnte der Schweizer Prozess die Beschlagnahmung von Vermögenswerten im Zusammenhang mit ihren angeblichen kriminellen Aktivitäten weiter vorantreiben. Das Urteil könnte zudem Auswirkungen auf Lombard Odier und den ehemaligen Mitarbeiter haben, die sich wegen separater Geldwäschevorwürfe verantworten müssen.

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