Geheimes Waffen-gegen-Drogen-Netzwerk zwischen Syrien und Kolumbien zerschlagen
Charlotte RichterGeheimes Waffen-gegen-Drogen-Netzwerk zwischen Syrien und Kolumbien zerschlagen
Ein undurchsichtiges Waffen-gegen-Drogen-Netzwerk, das das ehemalige syrische Regime mit kolumbianischen Guerillagruppen verbindet, ist von US-Behörden aufgedeckt worden. Aktuelle Berichte zeigen, dass Verhandlungen zwischen Strukturen des abgesetzten Präsidenten Baschar al-Assad und der ELN-Rebellenfraktion weiterhin stattfanden. Trotz der politischen Umbrüche in Syrien scheint der Austausch von Waffen gegen Kokain bis zu den Eingriffen der US-Drogenbehörde DEA, die die Operation unterband, fortbestanden zu haben.
Im Zentrum des Netzwerks stand Antoine Kassis, ein Cousin al-Assads, der später in den USA festgenommen wurde. Die Operation umfasste hochwertige Lieferungen, darunter Drohnen und Granatwerfer, die ursprünglich vom Iran an Syrien geliefert worden waren. Im Rahmen des Deals boten mit Syrien verbundene Gruppen Militärtechnik im Austausch gegen Kokain an. Zu den aufgelisteten Waffen gehörten iranische Granatwerfer und Drohnen, die an kolumbianische Rebellen geliefert werden sollten. Im Gegenzug sollte Kassis 500 Kilogramm Kokain aus Südamerika transportieren.
Kassis hatte zudem ein Finanznetzwerk über die libanesische Miliz Hisbollah aufgebaut. Ermittler gehen davon aus, dass über dieses System mehr als 82 Millionen US-Dollar bewegt wurden, um internationale Sanktionen zu umgehen. Auch die syrische Hauptstadt Damaskus soll von dem Handel profitiert haben, indem sie Lieferungen, die durch den wichtigen syrischen Hafen Latakia gingen, besteuerte.
Vor seinem Sturz wurde al-Assad als zunehmend abwesend beschrieben – Berichten zufolge war er mit Videospielen beschäftigt. Außenminister mehrerer Länder versuchten in den Tagen vor seinem Rücktritt, Kontakt zu ihm aufzunehmen, doch ihre Anrufe blieben unbeantwortet.
Regionale Mächte zeigten sich zögerlich, einen Machtwechsel in Syrien zu akzeptieren. Mehrere Staaten des Nahen Ostens sollen al-Assad Unterstützung angeboten haben, aus Sorge vor Instabilität durch einen Regierungswechsel. Dennoch lief der Waffen-gegen-Drogen-Handel weiter, bis die US-Behörden eingriffen.
Die Operation ist nun unterbunden: Kassis befindet sich in US-Gewahrsam, und al-Assad wurde aus dem Amt entfernt. Seit dem Eingreifen der DEA sind keine weiteren öffentlichen Details über die Zusammenarbeit zwischen syrischen Akteuren und kolumbianischen Guerillas bekannt geworden. Der Fall unterstreicht, wie widerstandsfähig illegale Handelsnetzwerke selbst in Zeiten politischer Umbrüche sein können.






