EU verschärft Kinderschutz im Netz mit neuen DSA-Regeln gegen Cybermobbing und Suchtgefahren
Julian HartmannEU verschärft Kinderschutz im Netz mit neuen DSA-Regeln gegen Cybermobbing und Suchtgefahren
Die EU verstärkt ihre Bemühungen zum Schutz von Minderjährigen im Internet im Rahmen des Digital Services Act (DSA). Am 13. Juli wird die Kommission neue Empfehlungen ihres Sondergremiums für Kindersicherheit im Netz vorlegen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Risiken wie schädliche Inhalte, Cybermobbing und suchterzeugende Plattformgestaltung, die sich gezielt an junge Nutzer richtet, einzudämmen.
Der DSA schreibt für große Technologieunternehmen rechtlich verbindliche Regeln vor. Sie müssen systemische Risiken erkennen und verringern, darunter Desinformation, illegale Inhalte und Bedrohungen für die Sicherheit von Kindern. Plattformen sind zudem verpflichtet, spezifische Gefahren für Minderjährige zu bewerten und zu minimieren.
Aktuelle Daten unterstreichen das Ausmaß des Problems: Jugendliche in Europa verbringen an Schultagen durchschnittlich 4,5 Stunden und an Wochenenden 6,1 Stunden online. 14 Prozent geben sogar mehr als zehn Stunden tägliche Bildschirmzeit an. Ein früherer Einstieg in soziale Medien und längere Nutzungsdauern gehen mit einem höheren Risiko einher, auf schädliche Inhalte zu stoßen.
Eine beträchtliche Zahl junger Nutzer macht negative Erfahrungen: Fast jedes dritte Kind fühlt sich durch soziale Medien gestresst, traurig oder ausgeschlossen. Rund 45 Prozent geben zu, sich online mit anderen zu vergleichen, während 25 Prozent bereits auf schädliche Inhalte wie Hassrede gestoßen sind. Die EU entwickelt zudem Altersverifikationssysteme im Rahmen ihrer digitalen Identitätsstrategie, um den Schutz weiter zu stärken.
Die Empfehlungen sind Teil der umfassenderen EU-Initiative zur Durchsetzung des DSA. Sie sollen die Konfrontation von Minderjährigen mit suchtfördernden Designs, Cybermobbing und schädlichen Inhalten verringern. Die neuen Vorschriften werden Plattformen verpflichten, konkrete Maßnahmen zum Schutz jüngerer Nutzer zu ergreifen.






