EU-Bevölkerung schrumpft bis 2100 um 53 Millionen – und wird immer älter
Charlotte RichterEU-Bevölkerung schrumpft bis 2100 um 53 Millionen – und wird immer älter
Die Bevölkerung der EU wird bis zum Ende des Jahrhunderts um 53 Millionen Menschen schrumpfen – das geht aus neuen Prognosen hervor. Wie Eurostat vorhersagt, wird ab 2029 ein stetiger Rückgang einsetzen, begleitet von einer rasant alternden Gesellschaft. Diese Entwicklungen werden in den kommenden Jahrzehnten die Arbeitsmärkte und Familienstrukturen auf dem Kontinent grundlegend verändern.
Laut den Berechnungen wird die EU-Bevölkerung 2029 mit 453,3 Millionen ihren Höhepunkt erreichen, bevor sie bis 2100 auf 398,8 Millionen sinkt. Der Rückgang spiegelt langfristige Trends wider: Die Geburtenrate ist auf 1,3 Kinder pro Frau gefallen und geht weiter zurück. Gleichzeitig bleibt die Lebenserwartung hoch, was zu einem Ungleichgewicht führt, bei dem ältere Generationen die jüngeren zahlenmäßig überwiegen.
Die demografische Verschiebung ist bereits heute spürbar. 2025 wird mehr als die Hälfte der Bevölkerung 50 Jahre oder älter sein. Bis 2100 wird der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 19 Jahren von derzeit 20 auf 17 Prozent sinken. Gleichzeitig steigt der Anteil der 65- bis 79-Jährigen von 16 auf 17 Prozent, während sich die Gruppe der über 80-Jährigen mehr als verdoppelt – von 6 auf 16 Prozent.
Auch Frankreich steht vor einem historischen Wendepunkt: Ab 2025 wird die Sterblichkeit erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg die Geburtenrate übersteigen. Als Reaktion hat Präsident Emmanuel Macron Maßnahmen vorgeschlagen, um die Geburtenzahlen zu steigern und das Land "demografisch wieder aufzurüsten". Zudem wird die erwerbsfähige Bevölkerung (bis 64 Jahre) schrumpfen – von heute 58 auf 50 Prozent im Jahr 2100.
Zwar wird die EU-Bevölkerung vorerst noch leicht wachsen, doch der langfristige Trend zeigt einen Rückgang mit immer weniger jungen und immer mehr älteren Menschen. Diese Veränderungen werden die Arbeitsmärkte, Sozialsysteme und Wirtschaftspolitik in den Mitgliedstaaten prägen. Die Regierungen könnten gezwungen sein, ihre Strategien anzupassen, um Wachstum zu sichern und die alternde Gesellschaft zu unterstützen.






