"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm – Proteste gegen Rüstung und fossile Energien
Sebastian Voigt"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm – Proteste gegen Rüstung und fossile Energien
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Allianz Ende Gelände haben eine Protestwelle im Ruhrgebiet ausgelöst. Ziel der Demonstrationen waren zentrale Industrieanlagen, darunter eine Rohrfabrik, ein Stahlwerk und ein Kraftwerk. Die Polizei reagierte mit Abschirmungsmaßnahmen, nachdem die Spannungen wegen des Ausbaus fossiler Energien und der Rüstungsproduktion eskalierten.
Die Aktionen begannen frühmorgens, als Aktivist:innen Gleise des Werks Europipe in Mülheim an der Ruhr, Europas größtem Rohrhersteller, besetzten. Sie kritisierten die Verbindungen des Unternehmens zu KNDS, einem Rüstungskonzern, der statt Komponenten für erneuerbare Energien – etwa Naben für Windkraftanlagen – Panzerstahl produziere.
In Hamm kesselten Beamte eine Gruppe von Demonstrant:innen unter einer Brücke ein und warfen ihnen vor, gegen das Vermummungsverbot verstoßen zu haben. Gleichzeitig unterbrachen rund 200 Protestierende den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte, das ebenfalls zu KNDS gehört. Die Bundesregierung plant, sich an dem Konzern zu beteiligen – ein weiterer Zündstoff für die Kontroversen.
Am Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen blockierten Aktivist:innen die Zufahrten und montierten auf dem Gelände Solarpaneele. Damit wollten sie auf klimafreundliche Alternativen zum geplanten Ausbau einer neuen Gaseinheit aufmerksam machen. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein von der Polizei verhängtes Demonstrationsverbot für das Kraftwerk Gersteinwerk bestätigt und weitere Proteste dort verhindert.
In Hamm zogen Ende-Gelände-Aktivist:innen Richtung Hauptbahnhof und trugen Transparente mit Parolen wie „Energiekonzerne enteignen!“ Die Gruppe kündigte an, ihren Kampf gegen die fossile Gasinfrastruktur fortzusetzen.
Die Proteste sollen sich weiter zuspitzen: Für Samstag wird eine Großdemo mit tausenden Teilnehmenden erwartet. Unterstützt wird die Aktion von Organisationen wie Greenpeace, BUND, Fridays for Future und Campact. Die Behörden bleiben in Alarmbereitschaft, während das Klimabündnis ein Ende der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und der rüstungsnahen Industrieproduktion fordert.






