29 March 2026, 18:09

Deutschland plant Alkohol-Verbot für 14- und 15-Jährige – auch mit Eltern

Eine Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die den prozentualen Anteil von Minderjährigen in jedem Bundesstaat darstellen, begleitet von Text, der besagt, dass Minderjährige für einvernehmlichen Sex auf die Sexualstraftäterliste gesetzt werden können.

Deutschland plant Alkohol-Verbot für 14- und 15-Jährige – auch mit Eltern

Deutschland will das Alkoholgesetz für Jugendliche verschärfen – ein neuer Gesetzentwurf sieht strengere Regeln vor. Demnach soll es 14- und 15-Jährigen künftig verboten sein, Bier, Wein oder Sekt zu trinken – selbst unter elterlicher Aufsicht. Bundesfamilienministerin Karin Prien begründet den Vorstoß mit dem besseren Schutz junger Menschen vor Sucht und gesundheitlichen Risiken.

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Die geplante Änderung des Jugendschutzgesetzes streicht eine langjährige Ausnahmeklausel, die es dieser Altersgruppe bisher erlaubte, unter Aufsicht Erwachsener Alkohol zu konsumieren. Bisher dürfen Jugendliche ab 14 Jahren in Begleitung ihrer Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person Bier, Wein oder Sekt trinken. Das Ministerium argumentiert nun, dass diese Praxis nicht ausreichend vor den Gefahren frühzeitigen Alkoholkonsums schütze.

Hintergrund der Verschärfung sind wachsende Bedenken hinsichtlich des Jugendalkoholkonsums. Jährlich müssen über 8.700 Minderjährige in Deutschland wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden, während die gesellschaftlichen Folgekosten von Alkohol auf 154 Milliarden Euro pro Jahr beziffert werden. Organisationen wie Kinder ohne Alkohol und Nikotin fordern seit Langem höhere Preise, strengere Altersgrenzen und eine bessere Kontrolle.

Die öffentliche Debatte über den Alkoholkonsum von Jugendlichen hat in den vergangenen Jahren an Fahrt aufgenommen. Gleichzeitig zeigt sich bei der Generation Z ein Rückgang: 2025 griffen nur noch 61 Prozent zu Alkohol – 2015 waren es noch 78 Prozent. Gesundheitsbewusstsein und Kampagnen wie die Aktionswoche Alkohol haben zu diesem Wandel beigetragen. Das Ministerium verweist zudem auf Zusammenhänge zwischen frühem Alkoholkonsum, gewalttätigem Verhalten, Vernachlässigung und langfristigen Suchtrisiken.

Der Gesetzentwurf ist Teil einer umfassenderen Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Nach Anhörungen mit Beteiligten soll der Bundestag noch in diesem Jahr über die Änderungen abstimmen. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, wäre dies ein bedeutender Kurswechsel in Deutschlands Umgang mit Jugendalkohol. Das Verbot von Alkohol unter elterlicher Aufsicht zielt darauf ab, gesundheitliche Risiken und Suchtgefahren bei Jugendlichen zu verringern. Die Entscheidung der Regierung folgt auf jahrelange Forderungen von Verbänden und eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Belege für die Schädlichkeit von Alkohol für junge Menschen.

Quelle