Deutsche Bank kündigt Vertrag nach AfD-Streit mit Familienunternehmern

Deutsche Bank kündigt Vertrag nach AfD-Streit mit Familienunternehmern
Die Deutsche Bank hat ihren Mietvertrag mit dem Verband Die Familienunternehmer für eine im nächsten Jahr geplante Veranstaltung gekündigt. Der Schritt folgt auf eine umstrittene Zusammenkunft des Wirtschaftsverbands im Oktober, an der auch Vertreter der als rechtspopulistisch eingestuften AfD teilnahmen. Beide Seiten haben die Stornierung offiziell noch nicht bestätigt, doch die Spannungen wegen der Einladung haben sich zugespitzt.
Die umstrittene Veranstaltung fand in einer Filiale der Deutschen Bank an der Berliner Prachtstraße Unter den Linden statt. Kritik entzündete sich daran, dass Die Familienunternehmer Mitglieder der Alternative für Deutschland (AfD) eingeladen hatten – eine Partei, die weithin als rechtsextrem gilt. Sebastian Roloff, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD, verurteilte die Entscheidung scharf: Eine "bestätigt rechtsextreme" Partei dürfe nicht als normaler Gesprächspartner behandelt werden.
Albrecht von der Hagen, Geschäftsführer von Die Familienunternehmer, verteidigte die Einladung. Die bisherige Praxis, die AfD auszuschließen, habe "nichts gebracht", argumentierte er. Der Verband distanziere sich zunehmend von solchen Beschränkungen. Die seit April 2023 amtierende Präsidentin des Verbands, Marie-Christine Ostermann, bestätigte, dass das "Kontaktverbot" für AfD-Abgeordnete aufgehoben worden sei. Gleichzeitig betonte sie jedoch, die Partei nicht als potenziellen Koalitionspartner zu betrachten.
Die Absage löst heftige Reaktionen aus. Leif-Erik Holm, wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD, nannte die Entscheidung "unglaublich". Unterdessen überdenken nun auch andere Wirtschaftsverbände wie der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) ihre Haltung im Umgang mit der AfD.
Die Familienunternehmer geben sich als Stimme der Familienunternehmen in Deutschland. Der Verband behauptet, 180.000 Betriebe unterschiedlicher Branchen und Größen zu vertreten.
Der Konflikt zeigt die wachsenden Gräben auf, wie mit der Beteiligung der AfD an öffentlichen und wirtschaftlichen Debatten umgegangen werden soll. Der Rückzug der Deutschen Bank von der Veranstaltung signalisiert die Unbehaglichkeit großer Institutionen, die Normalisierung von Kontakten zur Partei voranzutreiben. Die Familienunternehmer hingegen bleiben bei ihrer Entscheidung, distanzieren sich aber weiterhin von formalen politischen Bündnissen.



