30 March 2026, 00:04

DDR-Bürgerrechtler erzählt von Verfolgung und Widerstand gegen das SED-Regime

Plakat mit schwarzem Hintergrund, das eine Deutschlandkarte mit zahlreichen Menschen und Texten zeigt.

DDR-Bürgerrechtler erzählt von Verfolgung und Widerstand gegen das SED-Regime

Ein ehemaliger DDR-Bürgerrechtler hat seine Geschichte der Verfolgung durch das SED-Regime erzählt. In seinen Erinnerungen "Wir wollten raus" schildert Peter Niebergall seine Festnahme, den Prozess und die systematische Unterdrückung, der Regimegegner in der DDR ausgesetzt waren. Sein Bericht wirft zudem ein Licht auf die langfristigen Folgen politischer Willkür in Deutschland.

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Peter Niebergall und seine Frau Heidi beantragten Anfang der 1980er-Jahre die Ausreise aus der DDR in den Westen. Die Behörden reagierten mit Feindseligkeit. Am 6. August 1983 wurden sie gemeinsam mit anderen Aktivisten verhaftet.

Dem Ehepaar wurde "staatsfeindliche Hetze" vorgeworfen – Anklage erhob der Staatsanwalt Ekkehard Kaul. Niebergall wurde am 27. Oktober 1983 zu einem Jahr und zwei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. In seinen Memoiren beschreibt er die Absurditäten des Alltags in der DDR, darunter einen Witz über gescheiterte Planwirtschaft, der die Propaganda des Regimes entlarvte.

Jahre später musste sich Kaul selbst vor Gericht verantworten. 1998 verurteilte ihn das Landgericht Berlin wegen Rechtsbeugung und Freiheitsberaubung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten.

Niebergalls Erfahrungen beschränkten sich nicht auf seinen eigenen Prozess. 1968 erlebte er die von der Sowjetunion geführte Niederschlagung des Prager Frühlings in der Tschechoslowakei mit – ein Ereignis, das seinen Widerstand gegen autoritäre Herrschaft bestärkte.

Sein Buch bleibt ein authentisches Zeugnis der Unterdrückung abweichender Meinungen in der DDR. Die juristische Aufarbeitung von Kauls Taten markierte eine verspätete, aber bedeutende Abrechnung mit den Verbrechen der Vergangenheit. Aktuell gibt es keine offiziellen Hinweise auf eine geänderte Haltung der Partei Die Linke in Fragen der Staatsüberwachung oder der historischen Verantwortung für die DDR-Zeit.

Quelle