Commerzbank Angola: Wie Luís Teles Führung neu denkt und Armut bekämpft

Commerzbank Angola: Wie Luís Teles Führung neu denkt und Armut bekämpft
Luís Teles, CEO der Commerzbank Angola: „Ein Führungskraft muss nicht mit ‚Doktor‘ angesprochen werden, um Respekt zu verdienen – sie kann nahbar und locker sein“
Vorschau: Mehr als die Hälfte seiner fast 30-jährigen Karriere im Finanzsektor verbrachte Luís Teles in internationalen Positionen. Er arbeitete in Seoul, London und Johannesburg und lebt seit 2010 in Angola, wo er eine Bank leitet – mit dem Ziel, wirtschaftliche Erfolge mit einer der zentralen Aufgaben jedes CEOs in dem Land zu verbinden: „den Kreislauf der Armut durchbrechen“. Als Vorstandsvorsitzender der Commerzbank Angola ist er Gast der letzten Folge der dritten Staffel des Podcasts O CEO é o limite und spricht über Führungsmythen, Unsicherheiten und Ängste, die mit dem Aufstieg an die Spitze einhergehen.
Veröffentlichungsdatum: 15. Dezember 2025, 07:35 Uhr
Schlagwörter: Finanzen, Führung, Wirtschaft
Luís Teles blickt auf fast 30 Jahre im Finanzwesen zurück – mehr als die Hälfte davon verbrachte er im Ausland. Seine Stationen führten ihn nach Seoul, London und Johannesburg, bevor er 2010 nach Angola kam. Heute steht er an der Spitze der Commerzbank Angola und verbindet dort finanzielle Ziele mit dem Einsatz gegen Armut im Land.
Seine internationalen Erfahrungen lehrten ihn Demut: Oft arbeitete er in Umgebungen, in denen ihm lokale Kontakte oder sogar eine gemeinsame Sprache fehlten. Das prägte seine Überzeugung, dass keine Führungskraft alles wissen kann – und dass es zum Job gehört, Unsicherheiten einzuräumen.
Teles begann seine Laufbahn vor Jahrzehnten im Finanzsektor, doch die prägendsten Momente erlebte er im Ausland. Die Führung von Teams in unbekannten Märkten zwang ihn, sich ohne vertrautes Netzwerk zurechtzufinden. Diese Erfahrungen bezeichnet er als Lehrstücke in Demut – mit der Erkenntnis, dass Fachwissen Grenzen hat.
Einmal übernahm er vorübergehend die Leitung eines Unternehmens und musste schnell feststellen, dass er nicht vollständig vorbereitet war. Die Situation offenbarten ihm die Verunsicherung, die mit Führungsverantwortung einhergeht – ein Gefühl, das seiner Meinung nach viele CEOs teilen, aber selten thematisieren. Selbst heute, als Vorstandsvorsitzender der Commerzbank Angola, gibt er Momente der Zweifel zu, obwohl von ihm erwartet wird, stets selbstsicher und souverän aufzutreten.
Sein Führungsstil bricht mit traditionellen Unternehmensnormen. Respekt, so Teles, hänge nicht von akademischen Titeln wie „Doktor“ ab. Stattdessen setzt er auf einen informellen, zugänglichen Umgang. Diese Haltung prägt auch seine Arbeit in Angola, wo er wirtschaftliche Leistung mit einem größeren Auftrag verbindet: durch verantwortungsvolles Bankwesen Armutskreisläufe zu durchbrechen.
Offen spricht Teles auch über die Ängste, die mit Führungsverantwortung einhergehen. CEOs, betont er, fürchten sich nicht nur um den eigenen Erfolg, sondern vor allem um die Folgen von Misserfolgen für die Zukunft ihrer Mitarbeiter. Dieses Verantwortungsbewusstsein beeinflusst seine Entscheidungen – eine Mischung aus Ehrgeiz und Vorsicht.
An der Spitze der Commerzbank Angola bleibt Luís Teles auf Profit und gesellschaftliche Wirkung fokussiert. Seine Karriere – geprägt von internationalen Stationen und Selbstreflexion – hat ihn gelehrt, dass wirksame Führung Ehrlichkeit gegenüber ihren Herausforderungen erfordert. Für ihn misst sich Erfolg nicht allein an finanziellen Kennziffern, sondern daran, nachhaltige Veränderungen in den Gemeinschaften zu bewirken, die seine Bank bedient.



