Clowns in La Paz protestieren gegen Schulfeier-Verbot und Existenzangst
Charlotte RichterClowns in La Paz protestieren gegen Schulfeier-Verbot und Existenzangst
Dutzende Clowns zogen diese Woche durch die Straßen von La Paz, um gegen ein Regierungsdekret zu protestieren. Die neue Verordnung schränkt Schulfeste ein und schnitt damit eine wichtige Einnahmequelle für Künstler ab. Ihre Demonstration lenkte die Aufmerksamkeit auf die größeren wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen Boliviens Unterhaltungsbranche zu kämpfen hat.
Der Protest begann, nachdem die Regierung ein Dekret erlassen hatte, das 200 Unterrichtstage pro Jahr vorschreibt. Damit sind Werktagsfeiern faktisch verboten – darunter auch der Tag des Kindes am 12. April, an dem traditionell Clowns für Schulveranstaltungen gebucht werden. Nach den neuen Regeln dürfen solche Events nur noch am Wochenende stattfinden, was die Arbeitsmöglichkeiten drastisch verringert.
Die Clowns marschierten durch das Zentrum von La Paz, begleitet von Schneidern und Fotografen, die ebenfalls von Schulveranstaltungen abhängig sind. Ein Demonstrant hielt ein Schild mit der Aufschrift: "Ihr nehmt uns die Lächeln – und die Arbeit." Wilder Ramírez, ein Gewerkschaftsvertreter der Clowns, betonte die Bedeutung von Lachen für Kinder, warnte aber zugleich vor der finanziellen Belastung für die Künstler.
Die Wirtschaftskrise in Bolivien hat sich in den letzten Jahren verschärft, angetrieben durch sinkende Einnahmen aus dem Erdgasgeschäft und einen Mangel an US-Dollar. Eliás Gutiérrez, Sprecher des Verbandes der Handwerker, äußerte Sorgen über schrumpfende Einkommen in der gesamten Branche. Das Bündnis aus Clowns, Kostümherstellern und Fotografen forderte eine Überprüfung des Dekrets und argumentierte, es gefährde ihre Existenzgrundlage.
Das Dekret bleibt vorerst in Kraft und beschränkt Schulfeiern auf Wochenenden. Für Clowns und andere Veranstaltungskünstler bedeutet das weniger Auftritte und geringere Einnahmen. Ihr Protest spiegelt die größeren wirtschaftlichen Herausforderungen in Bolivien wider, wo viele Menschen kaum noch über die Runden kommen.






