Christian Ulmen steht nach schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau in der Kritik
Sebastian VoigtChristian Ulmen steht nach schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau in der Kritik
Schauspieler und Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile angelegt, explizite Inhalte verbreitet und in ihrer Identität Telefonssex geführt zu haben. Die Anschuldigungen haben die Debatte über seine umstrittene Vergangenheit in Reality-TV-Formaten neu entfacht.
Ulmen wurde in den mittleren 2000er-Jahren durch die ProSieben-Sendung Mein neuer Freund bekannt, in der er wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund" spielte. Die extremen Herausforderungen der Show trieben die teilnehmenden Frauen oft an ihre Grenzen – etwa, als eine Kandidatin unter absurden Bedingungen einen neuen Partner ihrer Familie vorstellen musste.
Fernandes ging mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit und bezeichnete Ulmens Handlungen als "virtuelle Vergewaltigung" und eine Verletzung ihrer persönlichen Grenzen. Sie sieht darin Teil eines größeren Musters frauenfeindlichen Verhaltens. Im Netz erfährt sie breite Unterstützung, viele verweisen dabei auf das Credo der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot: "Die Scham muss die Seite wechseln."
Ulmens Karriere war schon immer von provokanten Projekten geprägt. In Wer will meine Freundin vögeln? moderierte er eine Dating-Show, in der Männer um die "heißeste" Freundin wetteiferten – mit peinlichen Aufgaben. Seine Figur Alexander von Eich, ein reicher, aristokratischer Snob, der seine Freundin herumkommandierte, wurde aus Mein neuer Freund als Kultfigur bekannt, vor allem durch seinen herablassenden Spruch "Franziskarrrrr!"
Als die Beziehung zwischen Ulmen und Fernandes 2010 öffentlich wurde, fragten sich Kritiker, warum ein "brillanter, geistreicher Intellektueller" wie er sich mit einer "hübschen, aber etwas austauschbaren" Viva-Moderatorin einlasse. Fernandes' Vorwürfe fügen der Kontroverse nun eine weitere Dimension hinzu. Stand Anfang 2026 läuft in Spanien ein Ermittlungsverfahren in der Anfangsphase, Anklage wurde bisher nicht erhoben. Ulmens Anwalt hat rechtliche Schritte gegen den Spiegel wegen dessen Berichterstattung angekündigt, weitere Konsequenzen blieben jedoch aus.
Fernandes' Entscheidung, sich zu äußern, hat Ulmens Vergangenheit und das generelle Problem von Frauenfeindlichkeit in der Unterhaltungsbranche wieder in den Fokus gerückt. Der Fall wird weiterhin untersucht, ein Prozess oder offizielle Anklagepunkte stehen noch aus. Bisher dominiert in der öffentlichen Reaktion die Solidarität mit Fernandes, während Ulmens juristisches Team weiterhin gegen die Medienberichte vorgeht.






