Britische Schulen führen iel ein – Frankreichs Wut über geschlechtsneutrale GCSE-Prüfungen
Finn WolfBritische Schulen führen iel ein – Frankreichs Wut über geschlechtsneutrale GCSE-Prüfungen
Britische Schüler:innen dürfen künftig in ihren Französisch-Prüfungen für den GCSE geschlechtsneutrale Pronomen verwenden. Die neuen Richtlinien, die 2025 in Kraft treten, ersetzen die traditionellen Formen il und elle durch den neutralen Begriff iel. Die Entscheidung hat bereits scharfe Kritik von konservativen Kreisen und französischen Amtsträgern ausgelöst.
Der Prüfungsausschuss Pearson Edexcel führte die Änderungen ein, um den Sprachunterricht „inklusiver“ zu gestalten. Schüler:innen erhalten zudem die Erlaubnis, alternative Schreibweisen und Zeichensetzung zu nutzen, um Geschlechterneutralität in Wörtern widerzuspiegeln. Ähnliche Anpassungen gab es bereits in den GCSE-Kursen für Deutsch und Spanisch.
Die Entscheidung hat zu einem internationalen Streit geführt. Frankreichs ehemaliger Bildungsminister Jean-Michel Blanquer bezeichnete die Änderungen als „absurde“. Kritiker:innen in Großbritannien nannten die Richtlinien „inakzeptabel“ und „empörend“. Bereits zuvor hatte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gegen geschlechtergerechte Sprachreformen in seinem Land ausgesprochen.
Einige linksgerichtete Kommunalverwaltungen und Universitäten in Großbritannien hatten geschlechtsneutrale Sprache bereits vor dieser offiziellen Aktualisierung in ihren Lehrplänen verankert. Die neuen Regeln gelten für alle Schüler:innen, die ab 2025 ihre GCSE-Prüfungen ablegen.
Die überarbeiteten Leitlinien bedeuten, dass britische Schüler:innen in den modernen Fremdsprachenprüfungen künftig geschlechtsneutrale Begriffe lernen und anwenden werden. Die Politikänderung spiegelt größere Bestrebungen wider, nicht-binäre Identitäten im Bildungswesen zu berücksichtigen. Gleichzeitig vertieft sie jedoch die Spannungen zwischen britischen Prüfungsbehörden und den französischen Sprachinstitutionen.






