Boryszew Kunststofftechnik schließt bis Dezember 2023 beide Werke in Deutschland
Sebastian VoigtKein Investor: Auto-Zulieferer Boryszew stoppt Produktion - Boryszew Kunststofftechnik schließt bis Dezember 2023 beide Werke in Deutschland
Boryszew Kunststofftechnik, ein großer Automobilzulieferer in Sachsen-Anhalt, stellt bis Ende 2023 die Produktion ein. Das Unternehmen, das auf Innenraumkomponenten für Fahrzeuge spezialisiert ist, hatte im März 2025 Insolvenz angemeldet, nachdem es nicht gelungen war, langfristige Aufträge zu sichern. Die Mitarbeiter an den Standorten Gardelegen und Idar-Oberstein wurden nun über die Schließung informiert.
Die Entscheidung folgt auf monatelange finanzielle Schwierigkeiten des polnischen Konzerns. Trotz Bemühungen, einen neuen Investor zu gewinnen, machten die harten Marktbedingungen in der deutschen Automobilbranche eine Rettung unmöglich. Die Volkswagen Group, einer der wichtigsten Kunden von Boryszew, wird keine weiteren Verträge mehr vergeben, die für den Erhalt des Betriebs notwendig wären.
Rund 330 Beschäftigte am Standort Gardelegen und 100 in Idar-Oberstein behalten ihre Arbeitsplätze bis zur endgültigen Schließung. Der Insolvenzverwalter Silvio Höfer überbrachte den Mitarbeitern die Nachricht und bestätigte, dass eine Verlängerung der Produktion nicht machbar sei. Die Stilllegung markiert das Ende eines langen Niedergangs für ein Unternehmen, das einst als tragende Säule der Automobil-Zulieferkette in Sachsen-Anhalt galt.
Während Forschungsprojekte wie das "Blauer Engel IV"-Vorhaben der HTW Berlin Innovationen für emissionsarme Fahrzeuginnenräume erforschen, bleiben die allgemeinen Nachfragestrends unklar. Der Zusammenbruch von Boryszew unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen, mit denen Zulieferer auf dem sich wandelnden deutschen Automarkt konfrontiert sind.
Durch die Schließung entfallen über 400 Arbeitsplätze an zwei deutschen Standorten. Die Produktion läuft nur noch bis Dezember 2023 weiter, Verlängerung sind nicht vorgesehen. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird nun die Abwicklung des Betriebs und die Regelung der finanziellen Verpflichtungen im Vordergrund stehen.






