20 March 2026, 04:02

Bayerische Landeskirche beschließt radikale Reformen gegen Mitgliederschwund und Finanznot

Ein altes Buch mit dem Titel "The Book of Common Prayer and Administration of the Sacraments, Rites and Ceremonies of the Church of England" liegt aufgeschlagen auf einer Seite mit schwarzem Text.

Landessynode der Evangelischen Kirche in Bayern - Was steckt dahinter? - Bayerische Landeskirche beschließt radikale Reformen gegen Mitgliederschwund und Finanznot

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) hat nach einer entscheidenden Sitzung ihrer Landessynode tiefgreifende strukturelle Veränderungen beschlossen. Dieses Gremium, das oft mit einem Parlament verglichen wird, prägt die Zukunft der Kirche durch Beschlüsse zu Führung, Finanzen und Organisation. Die jüngste Tagung findet statt, während die Mitgliederzahlen in der Region weiter stark zurückgehen.

Die bayerische Landessynode setzt sich aus 108 Mitgliedern zusammen, von denen 89 von örtlichen Kirchenvorständen gewählt werden. Zu dieser Gruppe gehören sowohl Geistliche als auch ehrenamtlich Engagierte, wobei die genaue Zahl der Pfarrer nicht genannt wird. Die verbleibenden 19 Sitze entfallen auf Vertreter der evangelischen Theologiefakultäten, Jugenddelegierte und berufene Fachleute aus verschiedenen Bereichen.

In diesem Jahr hat sich die Zusammensetzung der Synode deutlich verändert: Von den 89 gewählten Mitgliedern sind 63 Neuankömmlinge, und der Frauenanteil liegt nun bei 56 Prozent. Diese Entwicklungen spiegeln breitere Trends in der Führungsebene der Kirche wider.

Einer der zentralen Beschlüsse der Synode war die Reduzierung der Anzahl der Kirchenkreise. Kleinere Einheiten sollen zu größeren regionalen Gemeinden zusammengeschlossen werden – ein Schritt, der vor allem der Kostensenkung dient. Die Kirche verliert seit Jahren tausende Mitglieder; 2023 sank die Zahl erstmals unter zwei Millionen. Bis 2035 wird mit einem weiteren Rückgang um 40 Prozent gerechnet, was die finanziellen Spielräume weiter einengen und die Zahl der Hauptamtlichen verringern wird.

Alle zwölf Jahre zieht die Synode zudem besondere öffentliche Aufmerksamkeit auf sich, wenn sie einen neuen Landesbischof wählt. Diese vielbeachtete Abstimmung unterstreicht den Einfluss des Gremiums auf die Ausrichtung der Kirche.

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Die Umstrukturierung zielt darauf ab, den Mitgliederschwund und schrumpfende Haushalte zu bewältigen. Weniger Kirchenkreise und größere Gemeinden sollen die Abläufe effizienter gestalten. Dennoch bleibt die Kirche langfristig mit Herausforderungen konfrontiert, da ihre finanziellen und personellen Ressourcen weiter schwinden.

Quelle