20 April 2026, 05:01

Australien verbietet Social Media für unter 16-Jährige – Kanada diskutiert nach

Balkendiagramm, das die Anzahl der Social-Media-Plattformen in Schweden von 2016 bis 2017 zeigt.

Australien verbietet Social Media für unter 16-Jährige – Kanada diskutiert nach

Australien führt als erstes Land ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ein

Die Entscheidung folgt wachsenden Bedenken über die Auswirkungen von Plattformen auf die psychische Gesundheit und Entwicklung junger Menschen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass in Kanada eine starke öffentliche Unterstützung für ähnliche Beschränkungen besteht – 75 Prozent der Befragten befürworten ein vollständiges Verbot für dieselbe Altersgruppe.

Die Debatte über Social-Media-Beschränkungen hat durch Australiens Schritt neuen Auftrieb erhalten. In Kanada setzt sich die Interessensgruppe Unplugged Canada bereits seit Langem dafür ein, die Nutzung von Smartphones erst ab 14 und den Zugang zu sozialen Medien erst ab 16 zu erlauben. Gründerin Jenny Perez argumentiert, dass Apps mit ständigem Kurzcontent die Aufmerksamkeitsspanne und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. Sie betont die Notwendigkeit von Programmen zur digitalen Medienkompetenz, bevor junge Menschen diese Plattformen nutzen.

Die Unterstützung für Verbote variiert je nach Plattform: Während 80 Prozent der Befragten Beschränkungen für TikTok, X (ehemals Twitter) und Snapchat befürworten, sind nur 48 Prozent für ein YouTube-Verbot für unter 16-Jährige. Die Psychotherapeutin Cynthia Schoppmann weist darauf hin, dass ein vollständiger Verzicht auf soziale Medien in der heutigen digitalen Welt schwer umsetzbar ist – besonders, da sie für Jugendliche ein zentraler Weg bleibt, um sich zu vernetzen.

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Stephen Sutherland von der Canadian Mental Health Association warnt, dass pauschale Verbote gefährdete Jugendliche isolieren könnten, insbesondere in ländlichen Regionen, wo Online-Unterstützungsnetzwerke lebenswichtig sind. Wie Perez plädiert er für Bildung und Begleitung als Alternative zu generellen Einschränkungen.

Australiens Verbot hat in Kanada die Diskussion neu entfacht, wie Schutz und Praktikabilität in Einklang zu bringen sind. Die öffentliche Meinung tendiert deutlich zu Beschränkungen bestimmter Plattformen, doch bleiben Bedenken über unbeabsichtigte Folgen. Befürworter setzen sich weiterhin für digitale Medienkompetenz als Kompromiss ein – damit junge Menschen die nötigen Fähigkeiten entwickeln, bevor sie sich in sozialen Medien bewegen.

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