Ausnahmezustand in Nowosibirsk: Tierseuchen breiten sich rasant aus
Julian HartmannAusnahmezustand in Nowosibirsk: Tierseuchen breiten sich rasant aus
In der russischen Region Nowosibirsk ist wegen der Ausbreitung von Tierseuchen in mehreren Siedlungen der Ausnahmezustand verhängt worden. Der Ausbruch, bei dem Fälle von Tollwut und Pasteurellose aufgetreten sind, hat strenge Kontrollmaßnahmen und Keulungen in der Region ausgelöst. Auch die Nachbarländer Kasachstan und Belarus haben als Reaktion Einschränkungen für russische Nutztiere und tierische Erzeugnisse verhängt.
Die Notfallmaßnahmen in der Region Nowosibirsk begannen, nachdem Infektionen bei Rindern bestätigt worden waren. Bis zum 19. März waren in drei der sechs betroffenen Siedlungen die Keulungen abgeschlossen. Die Besitzer der getöteten Tiere erhalten Entschädigungen, darunter monatliche Zahlungen sowie Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer Herden. Die Regionalregierung hat für diese Maßnahmen 200 Millionen Rubel bereitgestellt.
Das russische Agrarministerium koordiniert die Gegenmaßnahmen, wobei veterinärmedizinische Kontrollposten strenge Überprüfungen durchführen. Alle Lieferungen werden desinfiziert, die Fracht wird inspiziert und ihre Herkunft überprüft. Bei Verstößen werden die Waren an den Absender zurückgeschickt.
Die Importbeschränkungen aus Kasachstan und Belarus waren bereits im Februar eingeführt worden und gelten weiterhin. Kasachstan hat vorläufig ein Einfuhrverbot für russische Nutztiere, unbehandeltes Futter und tierische Produkte verhängt. Belarus zog am 13. März nach und erließ ähnliche Einschränkungen für Importe aus Russland.
Der Seuchenausbruch belastet die Region Nowosibirsk weiterhin, wo die Keulungen und Entschädigungsmaßnahmen andauern. Da Kasachstan und Belarus ihre Handelsbeschränkungen aufrechterhalten, zeigt sich, wie schwierig es nach wie vor ist, die Ausbreitung von Tierkrankheiten einzudämmen. Die regionalen Behörden und Bundesbehörden konzentrieren sich weiterhin auf Eindämmung und Wiederherstellung.






