Mossad-Operation in Dubai: Wie ein Hamas-Führer im Hotelzimmer starb
Mahmud al-Mabhuh, ein hochrangiges Mitglied des militärischen Arms der Hamas, wurde am 20. Januar 2010 tot in einem Hotel in Dubai aufgefunden. Spätere Ermittlungen deuteten auf eine akribisch geplante Operation hin, die allgemein dem israelischen Geheimdienst Mossad zugeschrieben wird. Die Tötung ereignete sich innerhalb eines einzigen Abends und umfasste ein Team von Agenten sowie eine sorgfältig inszenierte Vertuschung.
Al-Mabhuh war am 19. Januar 2010 gegen 15:00 Uhr in Dubai gelandet. Von dem Moment an, als er im Zimmer 230 des Al-Bustan-Rotana-Hotels eincheckte, stand er unter Beobachtung. Mossad-Agenten hatten das direkt gegenüberliegende Zimmer (237) gebucht, um seine Bewegungen zu überwachen.
Ein aus elf Personen bestehendes Killerkommando, das mit europäischen Pässen reiste, war bereits am Vortag in Dubai eingetroffen. Getarnt als Touristen bereiteten sie die Operation vor, während al-Mabhuh ahnungslos blieb. Anfang desselben Monats hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu den Einsatz auf Vorschlag des Mossad-Direktors Meir Dagan genehmigt. Die Behörde war offenbar entschlossen, ihren Ruf nach einer gescheiterten Aktion in Amman 1997 wiederherzustellen.
Gegen 20:30 Uhr drangen vier Agenten in al-Mabhuhs Zimmer ein. Sie hatten das elektronische Türschloss zuvor während seiner Abwesenheit am Abend manipuliert. Mit einem Muskelrelaxans lähmten sie ihn, bevor sie ihn mit einem Kissen erstickten. Das Team verließ das Zimmer bis 20:40 Uhr und hinterließ eine kleine Medikamentenflasche, um einen Herzinfarkt vorzutäuschen.
Al-Mabhuhs Leiche wurde am nächsten Tag entdeckt, wobei erste Berichte von natürlichen Todesursachen ausgingen. Forensische Beweise bestätigten später jedoch Hinweise auf ein Verbrechen.
Die Aktion zählte zu den spektakulärsten gezielten Tötungen, die dem Mossad in Jahren zugeschrieben wurden. Die Behörden Dubais veröffentlichten Überwachungsvideos und Passdetails der Verdächtigen, doch es kam zu keinen Festnahmen. Der Vorfall belastete die diplomatischen Beziehungen Israels zu mehreren europäischen Ländern zusätzlich, deren Pässe für die Mission gefälscht worden waren.






