10 April 2026, 14:42

Armenischer Dokumentarfilm über Unabhängigkeit wird verboten – Regisseur kämpft weiter

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Armenischer Dokumentarfilm über Unabhängigkeit wird verboten – Regisseur kämpft weiter

Ein Gericht in Jerewan hat die Ausstrahlung und Verbreitung des Dokumentarfilms "Unser Weg in die Unabhängigkeit" verboten. Das Urteil untersagt zudem dem Regisseur Tigran Paskewitschjan jegliche Nutzung des Films. Im Mittelpunkt des Streits steht ein Konflikt zwischen Paskewitschjan und dem staatlichen Sender "Öffentliches Fernsehen" (Public TV), der das Projekt finanziert hatte.

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Der Dokumentarfilm entstand anlässlich des 30. Jahrestags der Unabhängigkeitserklärung Armeniens. Paskewitschjans Firma hatte die Rechte am Film 2020 für 4.240.000 Dram (umgerechnet etwa 11.000 US-Dollar) an "Öffentliches Fernsehen" übertragen. Ursprünglich hatte er vorgeschlagen, die Premiere nach Armeniens Niederlage im Zweiten Bergkarabach-Krieg im selben Jahr zu verschieben.

Im März 2023 beantragte Paskewitschjan offiziell die Genehmigung für eine Vorführung des Films, erhielt jedoch nie eine Antwort. Trotz des Schweigens des Senders führte er im Mai 2025 eine öffentliche Aufführung durch, woraufhin "Öffentliches Fernsehen" Klage einreichte. Das Gericht entschied zugunsten des Senders und verurteilte Paskewitschjan zur Zahlung von 40.000 Dram (etwa 100 US-Dollar) für die Prozesskosten des Staates.

Der Sender hatte den Dokumentarfilm weder jemals ausgestrahlt noch auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht, obwohl es mehrfach Gelegenheit dazu gegeben hätte. Der zweiteilige Film bleibt damit offiziell gesperrt, doch Paskewitschjan kündigte an, nach alternativen Wegen zu suchen, um ihn einem Publikum zugänglich zu machen.

Die Gerichtsentscheidung versetzt "Unser Weg in die Unabhängigkeit" in eine rechtliche Grauzone und verbietet künftige Vorführungen unter Paskewitschjans Kontrolle. Er muss sich nun an das Urteil halten, während er gleichzeitig nach anderen Formaten sucht, um das Werk zu präsentieren. Der Fall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen unabhängigen Filmschaffenden und staatlich finanzierten Institutionen in Armenien.

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