02 April 2026, 08:03

AfD veröffentlicht interaktive Karte zu Messerangriffen in Berlin – doch was fehlt?

Polizeibeamte in schwarzen Uniformen und Masken stehen vor einer Menge, mit einer Brücke und einem Gebäude im Hintergrund.

AfD veröffentlicht interaktive Karte zu Messerangriffen in Berlin – doch was fehlt?

Der Berliner Landesverband der rechtspopulistischen AfD hat eine detaillierte Übersicht über Messerangriffe in der Stadt veröffentlicht. Die Initiative erfolgt im Rahmen der Forderung der Partei nach mehr Transparenz in der Kriminalitätsberichterstattung vor den anstehenden Wahlen. Polizeilichen Angaben zufolge gab es 2024 insgesamt 3.412 Messerdelikte – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die neu von der AfD veröffentlichte "Messer-App" erfasst polizeilich gemeldete Vorfälle, Verletzungen und Tatorte auf einer interaktiven Karte. Parteivertreter behaupten, das Tool decke Lücken zwischen registrierten Straftaten und tatsächlich eingeleiteten Strafverfolgungen auf. Laut ihren Erkenntnissen existieren keine öffentlichen Daten darüber, wie viele der Messerangriffe aus dem Jahr 2024 zu Anklagen oder Verurteilungen führten.

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Die Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker kritisierte die regierende Koalition dafür, zentrale Details vorzuenthalten – etwa die Nationalitäten von Tatverdächtigen. Berlin bleibt eines der wenigen Bundesländer, das solche Informationen nicht preisgibt. Die AfD verwies zudem auf einen Anstieg von Schusswaffendelikten um 68 Prozent im Jahr 2025 und kündigte an, ihre Kriminalitätsübersicht künftig um Waffen- und Sexualstraftaten zu erweitern.

Bisherige Aufzeichnungen nennen lediglich Einzelfälle, wie etwa eine Verurteilung wegen eines Messerangriffs am Holocaust-Mahnmal 2025 oder laufende Prozesse zu anderen Übergriffen. Die AfD argumentiert, ein Abgleich von Polizeiberichten mit den offiziellen Kriminalstatistiken zeige erhebliche Abweichungen auf.

Der Vorstoß der AfD für mehr Transparenz konzentriert sich auf offene Fragen zu Strafverfolgungen und den Hintergründen von Tatverdächtigen. Angesichts steigender Messerangriffe und einer Zunahme von Schusswaffengewalt will die Partei das Thema Kriminalität zu einem zentralen Wahlkampfthema in Berlin machen. Ihr Datentool dient nun als öffentliche Ressource zur Erfassung gewalttätiger Vorfälle in der Stadt.

Quelle