11 May 2026, 09:02

Abraham H. Foxman – ein Lebenswerk gegen Antisemitismus und Hass

Schwarzes und weißes Porträt eines Mannes in einem Anzug, der mutmaßlich F. W. von Kawaczynski ist und leicht nach links gewandt dasitzt.

Abraham H. Foxman – ein Lebenswerk gegen Antisemitismus und Hass

Abraham H. Foxman, der langjährige nationale Direktor der Anti-Defamation League (ADL), ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Seine Führung prägte den Kampf der Organisation gegen Antisemitismus und erweiterte deren Auftrag um weitere zivilgesellschaftliche Anliegen über fast drei Jahrzehnte hinweg.

Foxman wurde 1940 geboren und überlebte als Kind den Holocaust, versteckt unter einer katholischen Identität. Nach dem Krieg ließ sich seine Familie in New York nieder, wo er später Jura studierte und als Jurist zur ADL stieß.

1987 übernahm er die Position des nationalen Direktors der ADL, die er bis 2015 innehatte. Unter seiner Leitung weitete die Organisation ihren Fokus über den Kampf gegen Antisemitismus hinaus aus und setzte sich für die Rechte von Migranten, die Gleichstellung von LGBTQ+-Personen sowie für Diversitätstrainings in der Strafverfolgung ein.

Foxman entwickelte sich zu einer bekannten Persönlichkeit des öffentlichen Lebens und beriet Präsidenten, Diplomaten und Prominente im Kampf gegen Hass. Bekannt wurde er auch dafür, dass er öffentliche Entschuldigungen von Personen annahm, die antisemitische Äußerungen getätigt hatten – in der Überzeugung, dass reuige Verbündete der jüdischen Gemeinschaft helfen könnten. Dieser Ansatz stieß jedoch auch auf Kritik, da manche ihn entweder für zu schnell bereit hielten, Verfehlungen zu verzeihen, oder ihm vorwarfen, überempfindlich auf vermeintliche Kränkungen zu reagieren.

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Die ADL selbst wurde 1913 mit dem Ziel gegründet, Antisemitismus und alle Formen von Vorurteilen zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit passte sie ihre Prioritäten an die drängenden Fragen der jeweiligen Epoche an.

Foxmans Tod markiert das Ende einer Karriere, die im Kampf gegen Hass und Diskriminierung bleibende Spuren hinterlassen hat. Seine Arbeit stärkte die ADL als führende Stimme gegen Menschenfeindlichkeit, während seine persönliche Geschichte – vom Holocaust-Überlebenden zum einflussreichen Fürsprecher – ein Zeugnis von Widerstandskraft und Engagement bleibt.

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