ZDK reformiert Satzung: Bruch mit dem ZVK und neue Finanzregeln für Werkstätten
Sebastian VoigtZDK reformiert Satzung: Bruch mit dem ZVK und neue Finanzregeln für Werkstätten
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat tiefgreifende Satzungsreformen durchgesetzt, um seine Struktur und Finanzen grundlegend zu modernisieren. Die im Januar beschlossenen Änderungen fallen in eine Phase eskalierender Spannungen mit dem konkurrierenden Zentralverband Kraftfahrzeugtechnik (ZVK). Die Organisation betont, die Neuerungen würden mehr Transparenz schaffen und die Arbeit stärker an den Branchenbedürfnissen ausrichten.
Die Reformen beseitigen veraltete Praktiken, bei denen Führungspositionen zwischen beiden Verbänden geteilt wurden. Künftig gilt eine strikte Trennung – doppelte Personalunion in Spitzenämtern gehört damit der Vergangenheit an. Zudem werden Vorstandsposten nicht länger als erbliche Privilegien behandelt, sondern von der Mitgliederversammlung beschlossen.
Die Ausschüsse wurden neu ausgerichtet und fungieren nun ausschließlich als beratende Gremien, um widersprüchliche öffentliche Stellungnahmen zu vermeiden. Ebenfalls eingeführt wurde ein neues Beitragssystem: Jede organisierte Werkstatt zahlt künftig jährlich 100 Euro an die Zentrale in Bonn. Dies ersetzt das bisherige Finanzierungsmodell, das der ZVK im Oktober 2025 infrage gestellt hatte, indem er 95 Prozent der ZDK-Mitgliedschaftsgebühren für sich beanspruchte – eine Forderung, die der ZDK gerichtlich bekämpfte.
Um weitere Zersplitterung zu verhindern, hat der ZDK direkte Wege für Werkstätten geschaffen, sich der Hauptgeschäftsstelle anzuschließen. Die jüngsten Konflikte bezeichnet die Organisation als ein "bewusst inszeniertes Szenario", das eine Spaltung erzwingen solle. Unterdessen hat der langjährige Streit um Hauptuntersuchungsgebühren weitgehend an rechtlicher Dynamik verloren.
Die Änderungen markieren einen klaren Bruch mit den bisherigen Absprachen zwischen ZDK und ZVK. Werkstätten sehen sich nun einer vereinfachten Mitgliedschaftsstruktur gegenüber, während der Verband die Kontrolle über Governance und Finanzen strafft. Die juristischen Auseinandersetzungen um Gebühren und Finanzierung bleiben zwar ungelöst, doch die Reformen des ZDK deuten auf einen Wandel hin zu zentralisierten Entscheidungsprozessen.