16 March 2026, 08:03

Deutsche Bahn 2024: Nur 14 Prozent der Züge fuhren ohne Verspätung oder Ausfall

Ein Plakat zeigt einen Zug auf Schienen mit ein paar Menschen in der Nähe, der Text lautet "Der American Jobs Plan wird den bezahlbaren öffentlichen Verkehr ausbauen."

So viel Entschädigung zahlte die Bahn an Fahrgäste im Jahr 2025 - Deutsche Bahn 2024: Nur 14 Prozent der Züge fuhren ohne Verspätung oder Ausfall

Deutsche Bahn durchlebte 2024 ein weiteres schwieriges Jahr – mit historisch schlechter Pünktlichkeit im Fernverkehr. Offizielle Zahlen zeigten, dass nur 59 Prozent der Züge planmäßig ankamen, während unabhängige Erhebungen ergaben, dass lediglich 14 Prozent ohne Verspätungen oder Ausfälle fuhren. Die Probleme zogen sich bis ins Jahr 2025 hin, was bei Fahrgästen zu wachsender Frustration und einer Flut von Entschädigungsanträgen führte.

Im Februar 2024 erreichten nur 59,4 Prozent der Fernzüge ihr Ziel pünktlich, während 40 Prozent mindestens sechs Minuten Verspätung hatten. Eine unabhängige Auswertung von 554.000 Verbindungen über das gesamte Jahr hinweg förderte mehr als 254.000 Teilausfälle und 14.000 komplette Zugausfälle zutage. Der Rückgang der Zuverlässigkeit setzte sich auch 2025 fort – vor allem wegen anhaltender Infrastrukturprobleme und eines Staus bei Instandhaltungsarbeiten.

Nach den eigenen Kriterien der Bahn, die einen Zug noch als "pünktlich" wertet, wenn er innerhalb von 14 Minuten und 59 Sekunden ankommt, lag die sogenannte "Fahrgastpünktlichkeit" 2024 bei nur 65,3 Prozent. Das bedeutete, dass mehr als ein Drittel der Reisenden mit erheblichen Verspätungen konfrontiert war. Die Folge: Die Entschädigungsanträge schnellen in die Höhe und erreichten 2025 etwa 6,2 Millionen – ein Vielfaches der 52,6 Millionen Euro an Forderungen, die 2019 registriert worden waren.

Die Bahn zahlte 2025 insgesamt 156 Millionen Euro an Entschädigungen aus, nach 197 Millionen im Vorjahr. Michael Peterson, der im Vorstand für den Fernverkehr zuständige Manager, führte den Rückgang unter anderem auf weniger große Störungen wie Streiks im Jahr 2025 zurück. Fahrgäste mit Verspätungen von mindestens 60 Minuten erhielten 25 Prozent des Ticketpreises erstattet, bei mehr als 120 Minuten Verspätung waren es 50 Prozent auf Einzelfahrkarten.

Drei Viertel der Anträge wurden digital eingereicht, wobei die Hälfte davon innerhalb von zwei Tagen bearbeitet wurde. Trotz Bemühungen, die Erstattungen zu beschleunigen, belastete die schiere Menge an Verspätungen und Ausfällen das System weiterhin.

Die anhaltende Pünktlichkeitskrise treibt Millionen Fahrgäste in die Entschädigungsanträge, wobei die Auszahlungen trotz eines leichten Rückgangs gegenüber 2024 auf hohem Niveau bleiben. Die Infrastrukturprobleme und verzögerten Wartungsarbeiten der Deutschen Bahn sorgen weiterhin für erhebliche Beeinträchtigungen im Betrieb und zwingen Reisende, sich bei häufigen Störungen auf Rückerstattungen zu verlassen. Zwar hat das digitale Antragsverfahren die Bearbeitung beschleunigt, doch die grundlegenden Probleme bestehen fort.

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