Wolfenbüttel setzt auf Fahrradschnellweg trotz Haushaltsdefizit und politischer Streitigkeiten
Sebastian VoigtWolfenbüttel setzt auf Fahrradschnellweg trotz Haushaltsdefizit und politischer Streitigkeiten
Der Stadtrat von Wolfenbüttel hat Pläne für eine neue Fahrradschnellverbindung nach Braunschweig genehmigt. Das Projekt soll den Radverkehr zwischen den beiden Städten fördern – trotz angespannter Haushaltslage. Befürworter argumentieren, es biete allen Verkehrsteilnehmern gerechtere Mobilitätsoptionen.
Die geplante Strecke würde 1,365 Millionen Euro Baukosten verursachen. Die jährlichen Unterhaltungskosten werden auf 30.000 Euro geschätzt. Die Stadt rechnet nach Fertigstellung mit etwa 2.000 täglichen Fahrten – deutlich mehr als die derzeitigen 367 Werktagsfahrten auf den bestehenden Wegen.
Zwei gut ausgebaute Radwege verbinden Wolfenbüttel und Braunschweig bereits. Dennoch entfallen weniger als fünf Prozent aller Fahrten zwischen den Städten auf das Fahrrad. Die SPD unterstützt das Vorhaben, um eine gleichberechtigte Behandlung von Radfahrern, Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern zu gewährleisten.
Die politische Debatte um die Entscheidung war kontrovers. Leonhard Pröttel von den Grünen kritisierte die CDU, sie konzentriere sich stattdessen auf lokale Radprojekte. Er warf der Partei vor, mit der verzögerten Priorisierung der interkommunalen Fahrradschnellverbindung Populismus zu betreiben.
Der Stadtrat hat nun grünes Licht für die Umsetzung des Projekts gegeben. Wolfenbüttel steht zwar vor einem Haushaltsdefizit von 19 Millionen Euro, bleibt dem Vorhaben aber verpflichtet. Falls realisiert, könnte die Fahrradschnellverbindung den Radverkehr zwischen den beiden Städten deutlich steigern.






