Woidke warnt: Ostdeutschlands Infrastruktur bleibt weit hinter dem Westen zurück
Charlotte RichterWoidke warnt: Ostdeutschlands Infrastruktur bleibt weit hinter dem Westen zurück
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat auf tief verwurzelte Ungleichheiten bei der Infrastruktur in Deutschland hingewiesen. Er warnt, dass die ostdeutschen Bundesländer im Vergleich zum Westen weiterhin deutlich zurückliegen – mit unterentwickelten Verkehrsverbindungen als zentralem Problem. Sein Appell zum Handeln kommt zu einer Zeit, in der langjährige Projekte mit Verzögerungen und begrenzten Finanzmitteln kämpfen.
Woidke verwies auf den eklatanten Unterschied zwischen Ostdeutschland und Regionen wie der deutsch-französischen Grenze. Während westdeutsche Strecken, darunter Hochgeschwindigkeitslinien aus den 1970er- und 1980er-Jahren, mit 31 Milliarden D-Mark modernisiert wurden, blieb die Investition in die ostdeutsche Infrastruktur weit dahinter zurück. Die Ostbahn, die Berlin mit Breslau verbindet, ist ein besonders eklatantes Beispiel: Auf deutscher Seite ist die Strecke auch Jahrzehnte nach den ersten Planungen noch teilweise eingleisig und nicht elektrifiziert.
Seit den 1990er-Jahren schreitet der Ausbau der Ostbahn nur langsam voran, finanziert vor allem durch bescheidene regionale Mittel. Brandenburg stellte 1,9 Millionen Euro für die Infrastruktur in Strausberg bereit, doch bundesweite Aufwertungen stocken. Selbst die neu gebaute Brücke über die Oder verfügt nicht über ein zweites Gleis, da das Bundesverkehrsministerium die Genehmigung verweigert. Gleichzeitig zeigen grenzüberschreitende Projekte wie die österreichische Koralmbahn, die 2025 mit 5,9 Milliarden Euro aus EU- und Landesmitteln fertiggestellt wurde, was gezielte Investitionen bewirken können.
Woidke betonte, dass diese Ungleichheiten den Alltag in den ostdeutschen Ländern direkt belasten. Er rief Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen dazu auf, sich gemeinsam für eine gerechtere Behandlung einzusetzen. Ohne stärkeren politischen Druck, so seine Warnung, werde sich die Infrastrukturkluft weiter vertiefen.
Die Forderung nach Modernisierungen, insbesondere bei der Ostbahn, hängt nun von einer engeren Zusammenarbeit der ostdeutschen Länder ab. Woidkes Aufruf zur Einheit zielt darauf ab, die notwendigen Mittel und den politischen Willen für längst überfällige Verbesserungen zu mobilisieren. Ohne entschlossenes Handeln droht die Region im Verkehrsnetz weiter abgehängt zu werden.






