24 March 2026, 08:37

Wie Portugal nach der Nelkenrevolution seine Geheimdienste neu erfand

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Portugals Regionen auf dem Cover, begleitet von Text, der zusätzliche Informationen zur Karte liefert.

Wie Portugal nach der Nelkenrevolution seine Geheimdienste neu erfand

Ein neuer Podcast beleuchtet die frühen Jahre der portugiesischen Nachrichtendienste nach dem Sturz des autoritären Regimes. "SIS: 40 Jahre Geheimnisse" untersucht das Jahrzehnt zwischen 1974 und 1984 – eine Phase, die von politischen Umbrüchen und Verzögerungen bei der Schaffung eines zivil geführten Systems geprägt war.

Die Nelkenrevolution am 25. April 1974 löste umgehend Veränderungen in Portugals Sicherheitsstrukturen aus. Die Direção-Geral de Segurança (DGS), Nachfolgerin der gefürchteten PIDE, wurde bereits am folgenden Tag durch das Dekret-Gesetz Nr. 162/74 ausgesetzt. Bis zum 24. Juli 1974 löste das Dekret-Gesetz Nr. 349/74 die DGS offiziell auf und gliederte sie vorläufig in die Polícia de Vigilância e Defesa do Estado (PVDE) um. Diese Behörde ging später in zivilen Kräften wie der PSP und der GNR auf, die unter der Aufsicht der von der MFA geführten Regierung standen.

Mit der Zerschlagung des Nachrichtendienstes des alten Regimes ging die Kontrolle über Sicherheitsfragen auf das Militär über. Die Streitkräfte hatten jedoch mit begrenzten Ressourcen und mangelnder Expertise zu kämpfen, um den neuen Bedrohungen zu begegnen. Der anhaltende Einfluss der PIDE und die politische Instabilität verzögerten zudem die Gründung einer eigenständigen zivilen Nachrichtendienstbehörde.

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Erst 1983 kam Bewegung in die Sache, als eine Koalitionsregierung aus der Sozialistischen Partei (PS) und der Sozialdemokratischen Partei (PSD) die Grundlagen für ein neues System schuf. Diese Zusammenarbeit ermöglichte schließlich den Aufbau eines zivil geführten Nachrichtendienstes.

Die erste Folge von "SIS: 40 Jahre Geheimnisse" zeichnet die Herausforderungen beim Wiederaufbau der Nachrichtendienste im Portugal der Nachdiktatur nach. Von der Auflösung der DGS über die militärische Übergangsphase bis hin zur späteren politischen Zusammenarbeit zeigt der Podcast die langsamen, aber entscheidenden Schritte auf dem Weg zu einer modernen Sicherheitsarchitektur.

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