27 March 2026, 14:04

Warum Misstrauen moderne Gesellschaften spaltet – und wer davon profitiert

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "├ľffne die Grenzen, rette Leben, bekämpfe Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Warum Misstrauen moderne Gesellschaften spaltet – und wer davon profitiert

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat ein neues Buch vorgelegt, das den Aufstieg des Misstrauens in modernen Gesellschaften untersucht. Unter dem Titel "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, warum sich Menschen von traditionellen Institutionen abwenden und sich stattdessen populistischen Bewegungen zuwenden. Seine Studie wirft ein Licht auf den wachsenden Einfluss von Figuren wie Donald Trump oder der deutschen rechtspopulistischen AfD.

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El-Mafaalani, der in Dortmund forscht, argumentiert, dass misstrauische Menschen zunehmend untereinander Zusammenhalt finden – vor allem über digitale Medien. Zum ersten Mal können sich diese Gruppen online organisieren und ihre Ansichten verstärken. Statt auf etablierte Systeme zu vertrauen, setzen sie ihr Vertrauen in Gleichgesinnte, die ihre Skepsis teilen, und bilden so, wie er es nennt, "Gemeinschaften des Misstrauens". Diese Netzwerke unterstützen häufig Parteien, die sich gegen die liberale Demokratie stellen.

Das Buch zeichnet nach, wie Menschen das Vertrauen in staatliche Institutionen, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Populistische Strategen, so El-Mafaalani, treiben diesen Vertrauensverlust gezielt voran. Doch er warnt: Allein die Bloßstellung der Inkompetenz der AfD werde den Trend nicht umkehren. Selbst wenn die Partei scheitert, könnten ihre Anhänger nicht zu demokratischen Mainstream-Werten zurückkehren.

Seine Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass alternative Ansätze nötig sind, um dem Rechtspopulismus entgegenzuwirken. Statt sich auf die Diskreditierung populistischer Führer zu konzentrieren, schlägt er Strategien vor, die das Vertrauen in zentrale Institutionen wiederherstellen.

El-Mafaalanis Erkenntnisse zeigen einen Wandel im politischen Engagement auf, bei dem Misstrauen zur verbindenden Kraft wird. Das Buch bietet einen analytischen Rahmen, um zu verstehen, warum herkömmliche Methoden zur Bekämpfung des Populismus oft scheitern. Solange die Ursachen für das institutionelle Misstrauen nicht angegangen werden, so seine These, wird die Anziehungskraft von Bewegungen wie der AfD voraussichtlich bestehen bleiben.

Quelle