03 April 2026, 20:03

Warum kleine Unternehmen trotz freier Stellen keine Mitarbeiter finden

Blauer Hintergrund mit einem zentralen Gebäude und dem Text "Unter Bidenomics hat die Arbeitslosenquote seit 21 Monaten durchgehend unter 4% gelegen. Das ist die längste Phase in über 50 Jahren."

Warum kleine Unternehmen trotz freier Stellen keine Mitarbeiter finden

Viele kleine Unternehmen haben Schwierigkeiten, Mitarbeiter einzustellen – selbst wenn Stellen frei sind. Im Januar 2026 gaben 88 Prozent der Arbeitgeber, die Personal suchten, an, nur wenige oder gar keine qualifizierten Bewerber zu finden. Experten argumentieren nun, dass niedrige Löhne – und nicht nur ein Mangel an Fachkräften – ein Hauptgrund für das Problem sind.

Die Wirtschaftstheorie bietet eine klare Lösung: Höhere Löhne könnten die Lücken schließen. Doch die Unternehmen zögern, die Bezahlung anzupassen, sodass Stellen länger als nötig unbesetzt bleiben.

Studien zeigen, dass Unternehmen den tatsächlichen Wert einer Stelle oft falsch einschätzen. Statt die Löhne zu erhöhen, um Arbeitskräfte anzulocken, halten sie die Bezahlung zu niedrig. Dadurch entstehen anhaltende Einstellungsprobleme, insbesondere in Branchen mit geringen Qualifikationsanforderungen wie Baugewerbe, Reinigung und Logistik. Daten der Bundesagentur für Arbeit aus den Jahren 1993 bis 2019 belegen, dass ländliche Regionen – etwa in Teilen Ostdeutschlands – die größten Diskrepanzen zwischen offenen Stellen und qualifizierten Bewerbern aufwiesen.

Unternehmen scheuen Lohnerhöhungen auch aus Sorge, dass bestehende Mitarbeiter dann ebenfalls mehr Geld fordern. Sind Gehälter erst einmal festgelegt, lassen sie sich nur schwer wieder senken – die Folge ist Stagnation. Langsamere Lohnanpassungen sind besonders in Randbranchen und Regionen mit geringem Arbeitskräfteangebot verbreitet.

Überraschenderweise hatten schnell wachsende Unternehmen größere Probleme, Stellen zu besetzen, als langsam wachsende. Das deutet darauf hin, dass Expansion allein die Personalprobleme nicht löst. Benjamin Friedrich, Professor für Strategie an der Kellogg School of Management, betont, dass Lohnerhöhungen die wirksamste Lösung seien. Er weist darauf hin, dass Verzögerungen bei der Anpassung der Bezahlung das Problem nur verlängern – am Ende müssten die Unternehmen ohnehin höhere Löhne zahlen.

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Bessere Tools zur Lohnanalyse und eine transparente Berichterstattung könnten Unternehmen helfen, realistischere Gehälter festzulegen. Auch die Politik könnte durch Gesetze zur Lohntransparenz für mehr Klarheit sorgen. Ohne solche Maßnahmen dürften die Einstellungslücken bestehen bleiben – selbst wenn qualifizierte Arbeitskräfte verfügbar sind.

Die Faktenlage ist eindeutig: Unternehmen unterschätzen systematisch, welche Löhne nötig sind, um Mitarbeiter zu gewinnen. Die Folge sind langfristige Vakanzen und vermeidbare Einstellungsschwierigkeiten. Schnellere Lohnanpassungen – gestützt auf bessere Daten – könnten die Kluft zwischen offenen Stellen und verfügbaren Arbeitskräften verringern.

Quelle