14 March 2026, 02:03

WACKER Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen – und streicht 1.500 Jobs

Eine Grafik, die die Anzahl der von der COVID-19-Pandemie betroffenen US-Unternehmen zeigt, mit Abschnitten für die Erholung und die wirtschaftliche Erholung, unterteilt nach Branche, und begleitet von textuellen Daten auf der linken Seite.

WACKER Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen – und streicht 1.500 Jobs

WACKER Chemie verzeichnet ein schwieriges Jahr 2025 mit einem Nettoverlust von 805 Millionen Euro und einem deutlichen Gewinnrückgang. Das Unternehmen kündigte im Oktober ein umfassendes Sparprogramm an, mit dem die jährlichen Ausgaben um über 300 Millionen Euro gesenkt und weltweit mehr als 1.500 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen.

Trotz dieser Herausforderungen hat der Chemiekonzern seine Position auf dem Polysilizium-Markt gestärkt und seinen Marktanteil bis 2025 auf 22 Prozent ausgebaut. Doch schwache Nachfrage, Marktunsicherheiten und hohe Energiepreise belasteten die Gesamtperformance deutlich.

Der Umsatz des Unternehmens sank 2025 um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) brach um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro ein. Treiber des Rückgangs waren geringere Absatzmengen, fallende Preise und nicht ausgelastete Produktionskapazitäten. Die anhaltend hohen Energiepreise in Deutschland verschärften den finanziellen Druck zusätzlich.

Sonderbelastungen und Wertberichtigungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro trieben das Unternehmen in einen Nettoverlust von minus 805 Millionen Euro. Infolgedessen wird WACKER für 2025 keine Dividende vorschlagen. Vorstandsvorsitzender Christian Hartel nannte schwache Nachfrage, Marktinstabilität, neue Wettbewerber und Überkapazitäten als zentrale Herausforderungen für die Chemieindustrie im Jahr 2025.

In den vergangenen drei Jahren hatte WACKER die Polysilizium-Kapazitäten am Standort Nünchritz in Deutschland ausgebaut und seinen globalen Marktanteil von 15 auf 22 Prozent gesteigert. Gleichzeitig sanken die Anteile von Konkurrenten wie der Tokuyama Corporation und OCI Company aufgrund von Produktionskürzungen und Werksschließungen. Hemlock Semiconductor hielt unter den Verschiebungen in der US-Lieferkette einen stabilen Marktanteil von 25 Prozent.

Für 2026 rechnet WACKER mit einem niedrigen einstelligen Wachstum bei Umsatz und EBITDA. Die Prognose für das erste Quartal 2026 sieht einen Umsatz von etwa 1,35 Milliarden Euro und ein EBITDA zwischen 140 und 160 Millionen Euro vor. Langfristig strebt das Unternehmen durch die Fokussierung auf Spezialprodukte, die Halbleiterbranche und biotechnologische Innovationen die Rückkehr zu profitablen Wachstum an.

Das im Spätherbst 2025 gestartete Sparprogramm zielt auf jährliche Einsparungen von über 300 Millionen Euro und den Abbau von mehr als 1.500 Stellen ab. Die künftige Strategie des Konzerns konzentriert sich auf Spezialchemikalien, Halbleitermaterialien und Biotechnologie, um nachhaltiges Wachstum zu sichern. Die finanzielle Erholung bleibt jedoch von den Marktbedingungen und dem Erfolg dieser gezielten Investitionen abhängig.

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