13 March 2026, 20:03

VW Zwickau wählt neuen Betriebsrat – Ängste vor Jobabbau und ungewisser Zukunft

Ein Plakat mit fettem schwarzem Text auf einem weißen Hintergrund lautet "Kinderaert ist eine nationale Gefahr - Sollen wir die Industrie das Land fesseln lassen", zeigt eine Gruppe verschiedener Menschen, die zusammenstehen.

Keine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau - VW Zwickau wählt neuen Betriebsrat – Ängste vor Jobabbau und ungewisser Zukunft

Arbeiter des VW-Werks Zwickau wählen neuen Betriebsrat – Sorge um Stellenabbau und Zukunft des Standorts

Die Belegschaft im Volkswagen-Werk Zwickau hat einen neuen Betriebsrat gewählt – vor dem Hintergrund von Befürchtungen über Stellenstreichungen und die langfristige Zukunft des Standorts. Die IG Metall setzte sich bei der Abstimmung deutlich durch und erhielt mit über 81 Prozent der Stimmen die Unterstützung von 8.200 Beschäftigten. Die Wahl fand statt, während der Konzern plant, bis 2030 in Deutschland 35.000 Arbeitsplätze abzubauen.

Das Werk, ein zentraler Standort für die Elektroauto-Produktion innerhalb der VW-Gruppe, sieht sich wachsender Unsicherheit ausgesetzt – bedingt durch geplante Produktionskürzungen und Personalreduzierungen. Vor diesem Hintergrund wurde die Wahl als Gradmesser für die Stimmung der Belegschaft und den Einfluss der Gewerkschaft genau beobachtet.

Die IG Metall sicherte sich 29 der 35 zu vergebenden Sitze und festigte damit ihre starke Position im Werk. Thomas Knabel, der führende Gewerkschaftsvertreter der IG Metall in Zwickau, bezeichnete das Ergebnis als klaren Auftrag, die Zukunft des Werks mitzugestalten und Arbeitsplätze in der Region zu sichern.

Ein Bündnis mit Verbindungen zur rechtspopulistischen AfD, die "Freie Betriebsratsallianz", erzielte vier Sitze mit 11,5 Prozent der Stimmen. Die "Alternative Liste" erhielt zwei Mandate mit knapp über 7,3 Prozent der Stimmen.

Mike Rösler, Spitzenkandidat der IG Metall, räumte ein, dass die Umstrukturierungspläne von Volkswagen bei den Beschäftigten Verunsicherung auslösten. Der Konzern strebt an, bis 2030 bei der Kernmarke VW 35.000 Stellen abzubauen – Teil einer größeren Reduzierung um 50.000 Arbeitsplätze in ganz Deutschland. Zwar gibt es noch keine konkreten Zahlen für Sachsen, doch sollen die Kürzungen vor allem über Vorruhestand und freiwillige Aufhebungsverträge erfolgen, nicht durch betriebsbedingte Kündigungen.

Das Werk Zwickau, das ausschließlich Elektrofahrzeuge produziert, bleibt ein Schlüsselfaktor für Volkswagens Wandel zur E-Mobilität. Doch Unsicherheiten über künftige Modelle und Produktionsvolumen lassen die Beschäftigten über die Rolle des Standorts nach dem nächsten Jahrzehnt rätseln.

Die Wahlergebnisse verleihen der IG Metall eine starke Verhandlungsposition für die Zukunft des Werks. Mit 29 Sitzen wird die Gewerkschaft die Diskussionen über Arbeitsplatzsicherheit und Produktionspläne führen, während Volkswagen sein Umstrukturierungsprogramm umsetzt.

Die Präsenz einer AfD-nahen Gruppe im Betriebsrat bringt eine neue Dynamik in die Interessenvertretung der Belegschaft. Gleichzeitig werden die geplanten Stellenstreichungen und Produktionsanpassungen des Konzerns die Entwicklung des Werks in den kommenden Jahren prägen.

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