Vermissten-Angehörige nutzen WM 2026, um Mexikos Verschleppungskrise anzuprangern
Julian HartmannVermissten-Angehörige nutzen WM 2026, um Mexikos Verschleppungskrise anzuprangern
Angehörige von Vermissten in Mexiko haben sich versammelt, um vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 der FIFA Handlungsdruck aufzubauen. Sie wollen das globale Großereignis nutzen, um auf die anhaltende Krise der Zwangsverschleppungen im Land aufmerksam zu machen. Landesweit gelten mehr als 133.000 Menschen als vermisst.
Die Mahnwache fand in der Nacht vor dem Eröffnungsspiel des Turniers statt. Die Familien kritisierten die Bundesregierung für ihre konfrontative Haltung gegenüber internationalen Warnungen zu den Verschleppungen. Zudem warfen sie Präsidentin Claudia Sheinbaum vor, die Krise herunterzuspielen und soziale Proteste zu ignorieren.
Während der Kundgebung wiesen die Angehörigen Vorwürfe zurück, ihre Demonstrationen dienten dazu, die Weltmeisterschaft zu stören oder Mexikos Ruf zu schaden. Stattdessen riefen sie Fans und die Öffentlichkeit dazu auf, Vermisstenmeldungen zu teilen und ihre Suchaktionen zu unterstützen. Diese Bemühungen gehen täglich weiter – angesichts dessen, was sie als institutionelle Vernachlässigung bezeichnen.
Die Veranstaltung endete mit einem Appell, die Einheit der Weltmeisterschaft über die Stadien hinaus zu tragen. Die Familien hoffen, dass dieser Geist die Suche nach ihren vermissten Angehörigen stärken wird.
Der Aufruf erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Mexiko eines der größten Sportereignisse der Welt ausrichtet. Mit ihren Aktionen wollen die Angehörigen sicherstellen, dass die Verschleppungskrise im öffentlichen Bewusstsein bleibt. Ihre Forderung nach Unterstützung und Aufmerksamkeit begleitet das Turnier.






