Verborgenes Porträt der Catarina von Tomatis in Wien wiederentdeckt
Sebastian VoigtVerborgenes Porträt der Catarina von Tomatis in Wien wiederentdeckt
Verborgenes Porträt der Catarina von Tomatis unter einem Gemälde in der Österreichischen Galerie entdeckt
Ein bislang verborgenes Porträt der Catarina von Tomatis ist unter einem anderen Gemälde in der Österreichischen Galerie zum Vorschein gekommen. Das Werk des Malers Johann Baptist Lampi des Älteren wurde zwischen 1870 und 1900 übermalt. Diese Entdeckung wirft ein neues Licht auf eine Persönlichkeit, die einst zu den einflussreichsten Kreisen Warschaus zählte.
Catarina von Tomatis, geborene Filipazzi, war eine Mailänder Tänzerin, die ab etwa 1765 zu einer bekannten Figur in der Warschauer High Society aufstieg. Zudem war sie die Mätresse des polnischen Königs. Ihr Partner, Carlo Tomatis, leitete im Auftrag des Monarchen das Opernhaus von Warschau und führte ein Leben im Luxus – finanziert nicht durch seine Tätigkeit als Theaterdirektor, sondern durch erfolgreiche Glücksspiele. Später nutzte er sein Vermögen, um den kleinen Palast Królikarnia errichten zu lassen.
Das Porträt von Tomatis’ war unter einer grob gemalten Frauenbüste verborgen. Warum es übermalt wurde, bleibt unklar, doch möglicherweise hängt es mit ihrer Vergangenheit als königliche Geliebte zusammen. Ein weiteres Gemälde von Lampis Sohn wies eine ähnliche Veränderung auf: Ein dunkler Fleck wurde entfernt und gab einen geflügelten Amor vor einem Spiegel frei. Die Büste, die von Tomatis’ Porträt verdeckt, blieb jedoch erhalten – denn das Verbergen gilt heute als Teil seiner Geschichte.
Die Entdeckung verleiht der Geschichte der Catarina von Tomatis eine zusätzliche geheimnisvolle Note. Ihr Porträt, über ein Jahrhundert lang verborgen, bietet nun eine greifbare Verbindung zu ihrem Leben im Warschau des 18. Jahrhunderts. Die Sammlung der Österreichischen Galerie bewahrt damit nicht nur Kunst, sondern auch die vielschichtigen Erzählungen dahinter.






