USA kämpfen mit Rekorddefizit – Schulden erreichen Niveau des Zweiten Weltkriegs
Charlotte RichterUSA kämpfen mit Rekorddefizit – Schulden erreichen Niveau des Zweiten Weltkriegs
Das Haushaltsdefizit der USA steigt weiter an – und die Prognosen deuten auf keine Entspannung hin. Experten warnen, dass Defizite in Billionenhöhe längst zur Normalität geworden sind, während die Staatsverschuldung inzwischen das Niveau des Zweiten Weltkriegs erreicht hat. Nun drängen Abgeordnete und Regierungsvertreter auf strengere fiskalpolitische Vorgaben, um die wachsende finanzielle Belastung einzudämmen.
Das Congressional Budget Office (CBO) sagt für das Haushaltsjahr 2026 ein Bundesdefizit von 1,9 Billionen US-Dollar voraus – das entspricht 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung. Einen solchen Wert hat die Regierung seit 2015 jedes Jahr überschritten. Gleichzeitig ist die öffentliche Verschuldung auf 101 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) angestiegen – der höchste Stand seit den 1940er-Jahren.
Allein die Zinslasten werden neue Rekordwerte erreichen. 2026 wird der Staat über eine Billion Dollar für den Schuldendienst aufbringen müssen, eine Belastung, die sich bis 2036 voraussichtlich auf 2,1 Billionen Dollar verdoppeln wird. Der jüngste Haushaltsentwurf der Regierung tut wenig, um diesen Trend umzukehren: Bis 2029 werden Defizite von über fünf Prozent des BIP erwartet.
Eine überparteiliche Initiative soll nun die Ausgaben bremsen. Mitglieder des Repräsentantenhauses unterstützen die Resolution H.Res. 981, einen unverbindlichen Beschluss, der das Defizit bis 2030 auf drei Prozent des BIP drücken will. Finanzminister Scott Bessent unterstrich dieses Ziel in jüngsten Anhörungen vor dem Finanzausschuss des Senats und dem Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses. Kritiker wie Maya MacGuineas vom Committee for a Responsible Federal Budget halten jedoch dagegen: Defizite von zwei Billionen Dollar seien längst zur Routine geworden – ein Beleg für die gewaltigen Herausforderungen, die noch bevorstehen.
Der letzte Haushaltsüberschuss datiert aus dem Jahr 2001. Seither sind die jährlichen Fehlbeträge stetig gewachsen, und unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist kein Überschuss in Sicht. Der Vorstoß für ein Defizitziel von drei Prozent steht jedoch vor enormen Hindernissen. Angesichts steigender Zinskosten und historisch hoher Schuldenstände müssen die Politiker tiefgreifende Ausgabenkürzungen oder Steuererhöhungen auf den Weg bringen. Die Entscheidung wird die finanzielle Stabilität des Landes auf Jahre hinaus prägen.






