US-Richterin lässt mutmaßlichen Mörder gegen 500-Dollar-Kaution frei – und löst Skandal aus
Charlotte RichterUS-Richterin lässt mutmaßlichen Mörder gegen 500-Dollar-Kaution frei – und löst Skandal aus
Ein Bundesrichter in den USA hat einen Mann, der in der Dominikanischen Republik wegen Mordes gesucht wird, gegen eine Kaution von 500 Dollar auf freien Fuß gesetzt. Bryan Rafael Gomez, 27, wurde trotz eines internationalen Haftbefehls wegen Totschlags freigelassen. Die Entscheidung hat scharfe Kritik von Einwanderungsbehörden ausgelöst, die dem Richter vorwerfen, nicht vollständig über die Hintergründe des Mannes informiert gewesen zu sein.
Gomez war 2022 in die USA geflohen, nachdem er die Dominikanische Republik verlassen hatte. Er behauptete, um sein Leben zu fürchten, nachdem sein Bruder erschossen worden war. Später heiratete er eine US-Bürgerin und hatte eine Asylanhörung für den 16. April 2025 anberaumt. Die Behörden in seinem Heimatland hatten jedoch bereits einen Haftbefehl wegen Mordvorwürfen gegen ihn erlassen.
Die Bundesrichterin Melissa DuBose, die von Präsident Joe Biden ernannt wurde, ordnete am Montag die Freilassung von Gomez an. Sie entschied, dass seine Inhaftierung rechtswidrig gewesen sei, und setzte eine Kautionsanhörung vor einem Einwanderungsrichter an. Während des Verfahrens wurde sie jedoch nicht über den internationalen Haftbefehl informiert.
Für Montag wurde später eine Begründungsanhörung angesetzt, bei der eine Erklärung dafür verlangt wurde, warum DuBose nicht unterrichtet worden war. Der stellvertretende Bundesstaatsanwalt Kevin Bolan räumte vor Gericht ein, dass der Immigration and Customs Enforcement (ICE) ihn angewiesen habe, den gesuchten Status von Gomez nicht offenzulegen. Erst nach dessen Freilassung hatte das Ministerium für Innere Sicherheit (DHS) den Haftbefehl öffentlich bekannt gemacht.
Lauren Bis, kommissarische Assistenzministerin des DHS, kritisierte DuBose scharf und bezeichnete sie als „aktivistische Richterin“, die die Freilassung gewalttätiger Straftäter priorisiere. Der Fall wirft Fragen zur Kommunikation zwischen Einwanderungsbehörden und Justiz auf.
Gomez bleibt vorerst gegen Kaution auf freiem Fuß und wartet auf weitere rechtliche Schritte. Seine Freilassung hat die Spannungen zwischen Einwanderungsvollzug und richterlicher Aufsicht verschärft. Nun müssen die Behörden klären, warum entscheidende Informationen zu seiner kriminellen Vergangenheit dem Gericht vorenthalten wurden.






