US-Regierung schwächt Rechte von Menschen mit Behinderungen durch neue Rechtsauffassung
Charlotte RichterUS-Regierung schwächt Rechte von Menschen mit Behinderungen durch neue Rechtsauffassung
Das US-Justizministerium hat eine neue Rechtsauffassung veröffentlicht, die Experten für Bürgerrechte als schweren Rückschlag für Menschen mit Behinderungen bewerten. Das Dokument interpretiert ein richtungsweisendes Urteil von 1999 neu und löst Besorgnis über die Auswirkungen auf Personen aus, die staatlich finanzierte Pflege erhalten. Fürsprecher warnen, dass dies den Schutz vulnerabler Gruppen schwächen könnte.
Am Donnerstag veröffentlichte das Office of Legal Counsel des Justizministeriums eine Stellungnahme, die den Fall Olmstead v. LC erneut aufgreift. In diesem historischen Urteil des Supreme Court von 1999 wurde das Recht von Menschen mit Behinderungen festgeschrieben, Leistungen in ihren Gemeinschaften und nicht in Einrichtungen zu erhalten. Der Fall war ursprünglich von zwei Frauen mit psychischen und geistigen Behinderungen angestrengt worden, die aufgrund mangelnder Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben wiederholt in Institutionen untergebracht worden waren.
Die neue Rechtsauffassung argumentiert, dass das Olmstead-Urteil kein Integrationsgebot geschaffen habe. Stattdessen heißt es, dass ungerechtfertigte Isolation in Einrichtungen als Diskriminierung zu werten sei. Zudem wird behauptet, dass Bundesstaaten rechtlich nicht verpflichtet seien, gemeinde- oder haushaltsnahe Betreuung für Menschen mit psychischen Behinderungen anzubieten.
Alison Barkoff, eine ehemalige Juristin des Justizministeriums, warnt, dass diese Neubewertung zu einer Zunahme von Unterbringungen in Einrichtungen führen könnte. Regan Rush, eine weitere ehemalige Bürgerrechtsanwältin des Ministeriums, bezeichnet die Stellungnahme als „deutliche Warnung“ gegen den rechtlichen Rahmen zum Schutz von Behindertenrechten. Die Rechtsauffassung selbst ändert zwar nicht das Gesetz, könnte aber beeinflussen, wie das Justizministerium und das Gesundheitsministerium Diskriminierungsvorwürfe künftig ahnden.
Die Maßnahme ist Teil umfassender Bestrebungen der Trump-Regierung, den Bürgerrechtsschutz zurückzufahren. Sie spiegelt auch eine Verschiebung wider, wie die Regierung Antidiskriminierungsmaßnahmen auslegt und durchsetzt.
Die Stellungnahme ändert zwar keine bestehenden Gesetze, könnte aber deren Anwendung verändern. Sie könnte die Verpflichtung der Bundesstaaten verringern, gemeindebasierte Betreuung für Menschen mit Behinderungen bereitzustellen. Experten befürchten, dass dies Fortschritte zunichtemachen könnte, die seit dem ursprünglichen Olmstead-Urteil erzielt wurden.






