US-Heimatschutzministerium setzt trotz Datenschutzbedenken auf umstrittene Datenfirma Whooster
Finn WolfUS-Heimatschutzministerium setzt trotz Datenschutzbedenken auf umstrittene Datenfirma Whooster
Das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) plant die Verlängerung seiner Zusammenarbeit mit Whooster, einem Datenanbieter, der auf Ermittlungswerkzeuge spezialisiert ist. Der Schritt ist Teil umfassender Bemühungen, grenzüberschreitende Ermittlungen zu stärken – trotz anhaltender Bedenken von Abgeordneten und Datenschützern. Ein neuer Dreijahresvertrag im Wert von bis zu einer Million US-Dollar soll bis Ende 2026 finalisiert werden.
Das DHS nutzt Whooster über seine Behörden Immigration and Customs Enforcement (ICE) und Homeland Security Investigations (HSI), um Zugang zu großen Mengen ausländischer Telefondaten von Abonnenten zu erhalten. Die Plattform des Anbieters verknüpft Daten von über 100 sozialen Netzwerken, Echtzeit-Haftbefehle sowie internationale Identitätsinformationen aus mehr als 150 Ländern. Zudem stellt sie Unternehmensregister, medizinische Akten, Vermögensdaten und eine „Kontaktverfolgungs“-Funktion bereit, die Verbindungen bis zum dritten Grad abbildet.
Whooster ist einer von mehreren Datenanbietern, auf die das DHS zurückgreift – neben Unternehmen wie Cellebrite und Penlink. Im September 2025 erwarb die Behörde Lizenzen für Penlink-Tools, woraufhin 70 Abgeordnete in einem Schreiben eine Untersuchung der Datenschutzrisiken forderten. Gleichzeitig plant das DHS, in den nächsten fünf Jahren bis zu 100 Millionen US-Dollar in digitale Forensik-Dienstleistungen von Cellebrite zu investieren.
Die erneute Konzentration auf Datensammlung steht in der Kritik. Bereits im Februar leitete der Generalinspekteur des DHS eine Prüfung ein, um zu untersuchen, wie die Behörde sensible Informationen verarbeitet, weitergibt und schützt. Kritiker warnen, dass unzureichende Schutzmaßnahmen die bürgerlichen Freiheitsrechte untergraben könnten – die Ergebnisse der Prüfung stehen jedoch noch aus.
Der anstehende Whooster-Vertrag läuft über drei Jahre mit einer Ausgabenobergrenze von einer Million US-Dollar. Er unterstreicht die anhaltenden Investitionen des DHS in moderne Datentools für Strafverfolgungszwecke. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die Abwägung zwischen Ermittlungsbedürfnissen und Datenschutz intensiv diskutiert wird.






