US-Gericht stoppt Klagen gegen Monsanto wegen Roundup-Krebsrisiken
Charlotte RichterUS-Gericht stoppt Klagen gegen Monsanto wegen Roundup-Krebsrisiken
Der Oberste Gerichtshof der USA hat entschieden, dass der Agrarkonzern Monsanto nicht nach Landesrecht verklagt werden kann, weil er Verbraucher angeblich nicht ausreichend über die mutmaßlichen Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Roundup aufgeklärt hat. Die Richter fällten das Urteil mit sieben zu zwei Stimmen im Fall Monsanto Co. v. Durnell und blockieren damit Tausende ähnlicher Klagen, die noch anstanden.
Ausgangspunkt des Verfahrens war eine Klage des Gärtners John Durnell aus Missouri im Jahr 2019. Er machte Roundup für seine Krebserkrankung verantwortlich und argumentierte, das Unternehmen hätte Nutzer nach Landesrecht über mögliche Risiken warnen müssen.
Die Begründung des Gerichts stützt sich auf den Federal Insecticide, Fungicide, and Rodenticide Act (FIFRA), der die Regulierung von Pestiziden in den USA regelt. Die Regierung unter Donald Trump hatte Monsanto unterstützt und vorgebracht, dass allein die Umweltbehörde EPA – und nicht die Einzelstaaten – für Warnhinweise auf Etiketten zuständig sei. Die EPA betont seit Jahren, Roundup sei sicher und erfordere keinen Krebswarnhinweis.
2015 hatte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Glyphosat, den Wirkstoff in Roundup, als „wahrscheinlich karzinogen für den Menschen“ eingestuft. Dennoch halten US-Behörden weiterhin daran fest, dass das Produkt bei bestimmungsgemäßer Anwendung kein erhebliches Risiko darstelle.
Der Bayer-Konzern, zu dem Monsanto mittlerweile gehört, plant die Finalisierung eines Vergleichs über 7,25 Milliarden US-Dollar, um die noch ausstehenden Roundup-Klagen beizulegen. Mit dem Urteil des Obersten Gerichtshofs sind nun weitere Klagen auf Landesebene wegen der Kennzeichnung von Roundup ausgeschlossen. Zudem wird die Position der EPA gestärkt, dass das Produkt keinen Krebswarnhinweis benötige. Bayers vorgeschlagene Einigung würde den Großteil der noch offenen Forderungen regeln.
