Trumps 1,8-Milliarden-Fonds für Opfer staatlicher Willkür sorgt für Kontroversen
Finn WolfTrumps 1,8-Milliarden-Fonds für Opfer staatlicher Willkür sorgt für Kontroversen
Unter der Regierung von Präsident Trump wurde ein neuer Fonds in Höhe von fast 1,8 Milliarden Dollar eingerichtet, um Personen zu unterstützen, die sich über staatliche Willkür beschweren. Die Initiative erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem Städte in Kalifornien Maßnahmen ergreifen, um historische Ungerechtigkeiten gegenüber schwarzen Einwohnern wiedergutzumachen. Gleichzeitig hat Trump auch Begnadigungen für Beteiligte des Sturm auf das Kapitol 2021 ausgesprochen – eine Entscheidung, die Debatten darüber ausgelöst hat, wer von dem neuen Fonds profitieren könnte.
Der Fonds geht auf einen Vergleich in Trumps Klage gegen das Finanzamt IRS zurück, nachdem ein Auftragnehmer seine Steuererklärungen an die New York Times weitergegeben hatte. Als Teil der Vereinbarung wird das IRS Trump, seine Familie und seine Unternehmen künftig nicht mehr prüfen. Der Präsident hat die 1,8 Milliarden Dollar nun in einen „Fonds gegen Instrumentalisierung“ umgewidmet, der Menschen unterstützen soll, die behaupten, von Bundesbehörden unfair behandelt worden zu sein.
Unabhängig davon gibt es in Kalifornien jüngste Bestrebungen, Grundstücke an schwarze Familien zurückzugeben, die in der Vergangenheit durch Diskriminierung benachteiligt wurden. So übergab Manhattan Beach Grundbesitz an Nachfahren eines schwarzen Paares, das 1924 vertrieben worden war. Santa Monica entschädigte zudem die Familie eines Schwarzen, dessen Land enteignet worden war. Diese Schritte spiegeln eine breitere, wenn auch noch im Entstehen begriffene Bewegung für Wiedergutmachung im Bundesstaat wider.
Die Debatte um Reparationen gewann vor zwölf Jahren an Fahrt, als The Atlantic Ta-Nehisi Coates’ einflussreichen Artikel Der Fall für Reparationen veröffentlichte. Coates’ Arbeit thematisierte die anhaltenden Schäden durch Sklaverei, die Jim-Crow-Gesetze, Rassentrennung und rassistische Wohnpolitik. Trotz wachsender Anerkennung dieser Ungerechtigkeiten bleiben Kaliforniens Reparationsvorschläge jedoch weitgehend unrealisiert.
Trumps Begnadigungen für die Aufständischen vom 6. Januar haben Befürchtungen geweckt, dass auch Verurteilte des Kapitol-Sturms zu den Begünstigten des neuen Fonds zählen könnten. Dieser Schritt stößt auf Kritik, da der Fonds eigentlich Opfern staatlicher Willkür helfen soll.
Der 1,8-Milliarden-Dollar-Fonds steht nun unter Trumps Aufsicht, während das IRS dauerhaft von Prüfungen seiner Finanzgeschäfte ausgeschlossen bleibt. In Kalifornien setzen lokale Regierungen derweil ihre Bemühungen fort, historischen Landraub wiedergutzumachen – doch umfassendere Reparationsmaßnahmen stocken. Die Überschneidung zwischen potenziellen Empfängern des Fonds und den begnadigten Aufständischen bleibt ein umstrittenes Thema.






